Querspange Ost "hintenrum"? (Nur Gedankenspiel)

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qpaly
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Querspange Ost "hintenrum"? (Nur Gedankenspiel)

Ungelesener Beitrag von qpaly » 28. Februar 2021 19:31

Hallo alle,

nun ist ja wohl die nächste Klage anhängig und verheißt weitere Verzögerungen:

https://www.weser-kurier.de/bremen/stad ... 60005.html

Naja, und um die Bäume an der Bismarckstraße geht's ja auch immer. Ich bin auch Baumfreund, finde die Verbindung aber ebenfalls richtig und wichtig.

Da habe ich mich mal an mein gutes altes Google gesetzt und geschaut, ob man die Gleise nicht woanders verlegen könnte, siehe Bild (rosa statt blau):

Bild

Die Radien sind natürlich teils etwas wild. Den vorhandenen an der Konrad-Adenauer-Allee habe ich grob auf 30 m geschätzt, und die Bremer Wagen sollen ja eigentlich bis 23 m schaffen, oder? Die zweite kleine Bahnunterführung hat laut Beschilderung noch 45 cm Höhe weniger als die in der Steubenstraße, da müsste sicher tiefergelegt werden. Und vom Recyclinghof Bennigsenstraße müsste man mindestens ein Stück an der nordwestlichen Ecke absägen.

Andererseits hätte man nicht nur eine, sondern zwei Haltestellen auf diesem Verlauf, und viele (natürlich nicht alle) Bäume wären geschont.

Mit solchen Gedankenspielen grüßt
Christian

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Linie 4
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Re: Querspange Ost "hintenrum"? (Nur Gedankenspiel)

Ungelesener Beitrag von Linie 4 » 1. März 2021 09:06

Moin,

interessante Idee, jedoch scheidet Deine Variante alleine aufgrund der niedrigen Durchfahrtshöhe der Bahnunterführung von 3,55 m aus. Die GT8N-1 und GT8N-2 sind alleine schon 3,6 m hoch. Und auch der Kurvenradius an der Bahnunterführung sieht sehr klein aus. Aber eine gute neue Idee :!:

Torsten S
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Re: Querspange Ost "hintenrum"? (Nur Gedankenspiel)

Ungelesener Beitrag von Torsten S » 1. März 2021 11:47

Aufgrund der nicht bedienten, aber hochfrequentierten Haltestelle Steubenstraße (Stadtamt) wird die Alternative wohl keine Chance haben. Die Haltestelle zwischen den Gleisen wäre m.E. kein gleichwertiger Ersatz.

internaut
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Re: Querspange Ost "hintenrum"? (Nur Gedankenspiel)

Ungelesener Beitrag von internaut » 1. März 2021 13:59

Man hätte vor ein paar Jahren die Chance gehabt, das Industrie/Gewerbeareal zwischen ADAC und Stresemannstraße zu überplanen. Fast alle gewerblichen Schuppen zwischen feuerkuhle und Stresemannallee wurden zwischenzeitlich abgerissen und neu gebaut. Selbst das ADAC areal wurde komplett umgestaltet. Das wäre der Moment für eine direkte (schräge) Trasse gewesen, die die Stresemannstraße und seine wertvollen Bäume nicht so groß betroffen hätte. Aber wie immer - in Bremen verpennt man solche Chancen.

Tw3120
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Re: Querspange Ost "hintenrum"? (Nur Gedankenspiel)

Ungelesener Beitrag von Tw3120 » 1. März 2021 14:30

Die Trassenführung von qpaly/Christian hat meiner Meinung mehrere Nachteile:

a) Die Haltestelle Steubenstraße kann nicht angefahren werden.

b) Die Trasse würde teilweise Privatgrundstücke beanspruchen, was wiederum zu Klagen führen könnte.

c) Der ganze Planungsprozess inklusive Machbarkeitsstudie, Umweltverträglichkeitsprüfung und Planfeststellungsverfahren müsste von vorn beginnen.
Selbst die Beantragung der Zuschüsse beim Bundesverkehrsministerium müsste neu erfolgen. Das dauert dann noch einmal mindestens vier Jahre.

Die jetzige Trasse könnte sofort gebaut werden, wenn die Klage gegen die Straßenzufahrt zum Stadtamt nicht wäre. Mit etwas Glück könnte die Klage in ein oder zwei Jahren abgehandelt sein. Aus meiner Sicht ist die Klage sowieso chancenlos, da man ja weiterhin mit dem Auto zum Stadtamt fahren kann. Man müsste nur aus Richtung Vahr bis zur nächsten Ampel vorfahren um dort zu wenden. Das ist für Autofahrer durchaus zumutbar. An vielen Stellen in der Stadt ist es seit Jahren genauso, nur hat dort niemand gegen geklagt.

VEL
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Re: Querspange Ost "hintenrum"? (Nur Gedankenspiel)

Ungelesener Beitrag von VEL » 1. März 2021 15:09

Moin,

ich denke auch, daß ein Ausweichen auf die rosa markierte Trasse keine Lösung zur kurzfristigen Umsetzung der Querspange Ost ist.
Sie führt durchs absolute Nirgendwo, die neue Haltestelle am Bahndamm bringt praktisch keine direkte Erschließung, während bei der Variante direkt über die Stresemannstr. Stadtamt und Baumarkt gut angebunden werden.
Das wiegt auch die bessere Erschließung einiger Häuser mit der H in der Bennigsenstr. nicht auf.
Abgesehen davon, daß nochmal komplett neu geplant werden müßte, gibt es dort auch Probleme wie die Brückendurchfahrt. Der Recyclinghof als städtischer Betrieb würde sich wohl kaum querstellen, aber dafür bräuchte man an anderer Stelle eine Ersatzfläche.

Die vom internaut gerade genannte schräge Verbindung halte ich auch nicht wirklich für sinnvoll. Wirklich abgerissen wurde nur ein kleiner Teil, beim jetzt gerade "neu" errichteten Gebäude blieben die alten Betonträger stehen! Auch beim ADAC-Haus blieb das Betonskelett stehen und wurde neu ausgebaut.
Und man hätte erstmal einen Teil des Grundstücks kaufen müssen. Daß der Eigentümer über die Zerschneidung der Fläche erfreut gewesen wäre, kann ich mir nicht vorstellen, und er hätte sich es sich sehr wahrscheinlich auch vergolden lassen.
Wichtiger: man würde auch mit einer Kurve in die Feuerkuhle und das Einbiegen in die Stresemannstr. irgendwo zwischen Bennigsen- und Steubenstr. zwei zusätzliche Kreuzungen schaffen, was nicht gut für den Verkehrsfluß ist.

Und zum Auslöser des ganzen - der Besitzer des Stadtamtgeländes fürchtet um die Auto-Erreichbarkeit aus Richtung Vahr.
Daß er dafür eine gute Straßenbahnerreichbarkeit erhält, wird nicht erwähnt - wertet eine Immobilie auch auf.
Da man bei Stadtamt oder bei der Zulassungsstelle ja keine Alternative zu anderen Standorten hat, wird sich keiner den Besuch sparen, nur weil er nicht abbiegen kann (wie man es vielleicht bei einem Supermarkt machen würde, da fährt man zum nächsten). Die Tendenz geht ja auch bei Behördenangelegenheiten zur Online-Abwicklung, damit wird der Besucherstrom sowieso abnehmen.
Und mal ein weitergehender Gedanke dazu: sein Mieter ist ja die Stadt - also auch mittelbar der Bauherr der Straßenbahn.
Könnte diese nicht einfach mal anfangen, laut nachzudenken, ob es fürs Stadtamt auch andere Standorte gibt - mit der Anforderung "per Straßenbahn erreichbar"?
Die Abbiegerspur wird nur während der Öffnungszeiten ein paar Stunden am Tag benötigt, die Straßenbahnverbindung könnte aber fast rund um die Uhr genutzt werden - für mich wäre es unverständlich, wenn das wegen eines Einzelinteresses gekippt würde.

Viele Grüße
Björn

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Arne Schmidt
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Re: Querspange Ost "hintenrum"? (Nur Gedankenspiel)

Ungelesener Beitrag von Arne Schmidt » 14. März 2021 16:16

Die Stadt Bremen als Mieter einer öffentlichen Einrichtung, in der Regel mit einem für den Vermieter lukrativen Mietvertrag über einen langfristigen Zeitraum, sollte mal anständig Druck machen. Solche Mieter werden angesichts zunehmender Leerstände bei Gewerbeimmobilien mit Kusshand gesucht. Dann kann der Vermieter mal drüber nachdenken, ob er seine Klage aufrecht erhält.
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