Frage zu Winter 1978/79

In diesem Forum kann über Themen des Nahverkehrs in Bremen und umzu diskutiert werden. Steigen Sie ein!
ChristophN
Flugbegleiter
Beiträge: 91
Registriert: 12. August 2018 23:14

Frage zu Winter 1978/79

Ungelesener Beitrag von ChristophN » 9. Februar 2021 23:24

Die "Schneekatastrophe" 1978/79 ist in den letzten Tagen ja in den Medien wieder erwähnt worden. Kann jemand aus eigener Erinnerung oder aus Erzählungen berichten, wie die BSAG damals eigentlich mit den Schneemassen zurechtgekommen ist?

Benutzeravatar
Arne Schmidt
Flugkapitän
Beiträge: 253
Registriert: 12. August 2018 11:14
Wohnort: Weyhe

Re: Frage zu Winter 1978/79

Ungelesener Beitrag von Arne Schmidt » 10. Februar 2021 08:42

Ich bin damals immer mit dem Bus in die Innenstadt zur Schule gefahren und kann mich eigentlich nur an einen Tag erinnern, an dem es extrem war. Aber auch an diesem Tag fuhren Busse und Bahnen, vermutlich unregelmäßig und mit deutlichen Verspätungen. Aber es ging, die Fahrt nach Hause dauerte statt 15 min dann ca. 30 min. Damals waren die meisten Busse noch Handschalter und der Busfahrer erzählte mir, dass er froh sei, unter diesen Umständen kein Automatikfahrzeug fahren zu müssen. Mehr kann ich allerdings nicht zu dem Thema beitragen.
Avatar: Stadtbusse in Funchal (Madeira)

Torsten S
Vielflieger
Beiträge: 56
Registriert: 12. August 2018 17:25

Re: Frage zu Winter 1978/79

Ungelesener Beitrag von Torsten S » 10. Februar 2021 10:45

Ich kann mich an die Silvesternacht 1978/79 erinnern: Die Linie 6 (RCT-Riensberg) fuhr absolut pünktlich, allerdings waren die Scheiben der damals noch recht neuen Wegmänner (und wahrscheinlich auch der anderen Typen) von innen komplett vereist.
Am 13.02.79 fing es dann an zu schneien mit der Folge, dass die 55 (Linienverlauf ähnlich dem heutigen, aber noch nicht bis zum ZOB) ab dem nächsten Tag eingestellt wurde. Dem Vernehmen nach konnten Linienbusse damals auf einer geschlossenen Schneedecke nicht fahren. Nach einigen Tagen hat die Bundeswehr dann "Busersatzverkehr" mit entsprechenden Mannschaftswagen eingerichtet.

Bild
Heutzutage ist das auch mit Automatikbussen kein Thema mehr; die letzten Tage fuhr auch die 55 pünktlich durch Moordeich (Hst Am Hexendeich)

Wie gerne hätte ich ein Foto von damals.

Tw3120
Passagier
Beiträge: 33
Registriert: 12. August 2018 22:01

Re: Frage zu Winter 1978/79

Ungelesener Beitrag von Tw3120 » 10. Februar 2021 21:56

Ich bin damals immer mit der Straßenbahnlinie 5 (damals Kulenkampffallee-Flughafen) zur Schule gefahren. Am schlimmsten Tag gab es Schneeverwehungen von über einem halben Meter Höhe in der Crüsemannallee. Auf dem Weg zur Endstation Kulenkampffallee musste man im Slalom um die Riesenschneehaufen laufen. Die Schienen der Linie 5 waren freigeräumt, so dass die Bahnen fahren konnten. Es waren aber nur die Schienen mit den Rillen zu sehen, die Zwischenräume waren mit Schneee bedeckt. In der Wendeschleife an der Kulenkampffallee war nur das äußere der beiden Gleise geräumt. Die Bahnen sind gefahren, allerdings ruckelte es während der Fahrt ständig, wobei die Beleuchtung geflackert hatte.

Alle Mitschüler aus meiner Klasse mussten entweder mit der Linie 5 oder der Linie 6 zur Schule fahren. Alle waren trotz des Schneechaos pünktlich. Nur viele Lehrer kamen zu spät oder gar nicht, da man mit dem Auto oder mit dem Bus nicht vorankam. Ein Lehrer hätte die Linie 30 von Lilienthal benutzen müssen, die damals nicht gefahren war.

Nach dem Schulunterricht konnte ich noch Folgendes beobachten:
An der Endstation Kulenkampffallee der Linie 5 versuchten einige Mitarbeiter der BSAG mit einem Arbeitstriebwagen und einem vorgespannten zweiachsigem Schneepflug das zweite Gleis der Wendeschleife zu räumen. Dabei ist die vordere Achse des Schneepflugs aus dem Gleis geraten.

Außerdem gab es in der Bahn eine Durchsage, dass die Linie 5 nur bis zum Domshof fahren könnte, um dort zu wenden. Ab dort sollte man auf Busse zum Flughafen umsteigen, da die Oberleitungen vereist waren.

Im Vergleich zum letzten Wochenende/Montag waren das ganz andere Schneemengen. Die Problematik mit den vereisten Oberleitungen hat man heute wohl besser im Griff, da man diese nun mit speziellen Stromabnehmern mit Frostschutzmittel einstreichen kann. Das Problem mit den zugewehten oder zugefahrenen Schienen (z. B. durch Autos oder Busse) müsste es auch 1979 gegeben haben, aber vielleicht hatte man damals mehr Mitarbeiter für den Winterdienst zur Verfügung als heute. Die Weichen an der Haltestelle Brahmsstraße (Treffpunkt der damaligen Linien 5 und 6) haben problemlos funktioniert. Ich habe damals dort auch keine Mitarbeiter mehr im Einsatz gesehen, da diese wohl schon deutlich vor der Hauptverkehrszeit die Schienen geräumt hatten.

Antworten