Nordlicht-Alltag bei der BSAG+Bonus (m. 13 B.)

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Ingo Teschke
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Nordlicht-Alltag bei der BSAG+Bonus (m. 13 B.)

Ungelesener Beitrag von Ingo Teschke » Sa 19. Dez 2020, 18:09

Hallo,

das heutige schöne Wetter hat mich motiviert, einen Bildbeitrag vom Nordlicht-Alltag bei der BSAG einzustellen. Heute waren drei Nordlichter auf der Linie 6 im Einsatz - 3207 auf Kurs 6008, 30 Minuten später der 3201 auf Kurs 6016, nach weiteren 10 Minuten der 3208 auf Kurs 6011.

Die extrem tiefstehende Sonne erlaubt nicht viele Stellen mit guter Ausleuchtung, daher ist die Motivwahl ein wenig eintönig.

Beginnen möchte ich mit einem Gegenlicht-Bild von 3207 an der Neuenlander Kämpe:
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Flugs weiter zum Flughafen - leider hatte die eigentlich "sichere" Stelle in Höhe McDonalds auch einen Schattenwurf. Also weiter zur Endstelle "Flughafen Süd", wo die Avenios in bestem Licht zur Geltung kommen. Zuerst 3201:
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... und 10 Minuten später der 3208:
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Danach kurz beim BSAG-Gelände am Flughafendamm vorbeigeschaut. Zum derzeitigen Nordlicht-Alltag gehört auch, dass angelieferte Fahrzeuge auf ihre Inbetriebnahme warten. So wie hier der 3206:
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Andere Nordlichter haben bereits ihre Nummer angeschrieben und befinden sich in der Abnahmephase, so wie hier der 3401 bei seiner Wochenendruhe:
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Um die Mittagszeit steht das Licht auch auf der Wilhelm-Kaisen-Brücke gut. Der dichte Fahrrad- und Autoverkehr macht das Fotografieren aber zum Lotteriespiel. Aufgrund der weitgehend geschlossenen Innenstadtläden ist die Chance auf einen Lotteriegewinn aber derzeit ganz gut, so wie hier beim 3207 auf dem Weg zum Flughafen:
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... und einige Zeit später der selbe Wagen auf dem Weg zur Uni - Heckaufnahmen werden ja nicht so häufig gemacht:
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3201 kam dann des Wegs, bevor sich die Sonne dort um ca. 14.00 Uhr verabschiedet.
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In meiner Sammlung fehlte noch ein Foto von den Dachaufbauten, daher bot sich die Überführung vor dem Gustav-Deetjen-Tunnel an - wieder mit 3201:
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... an gleicher Stelle 10 Minuten später der 3208:
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Auf dem Nachhauseweg noch ein paar Bilder aus der Wachmannstraße, wo es derzeit aufgrund der tiefstehenden Sonne keine vernünftigen Sonnenbilder geben kann. Aber manchmal genügt auch das Tageslicht für Aufnahmen - 3201 kurz vor der Joseph-Haydn-Str.
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... und an gleicher Stelle der 3208.
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Als Bonus noch ein Bild eines Oldtimers - des Museumswagens 134. Der war heute zu Weihnachtsmannfahrten im Einsatz, wobei ich keinen Fahrplan dazu hatte. Ganz Corona-Konform ließ der Weihnachtsmann die Türen seiner Bahn geschlossen und beschränkte sein Handeln auf ein fröhliches Zuwinken an die Passanten. Einmal begegnete er mir - eigentlich an der unpassendsten Stelle zum Fotografieren, nämlich im Gustav-Deetjen-Tunnel. Dennoch möchte ich das Bild nicht vorenthalten. weil es ja auch aus dem Gustav-Deetjen-Tunnel nicht so viele Bilder gibt:
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So, das war das Wort zum 4. Advent.

Gruß
Ingo Teschke

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Ingo Teschke
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heute 80% aller Kurse mit Nordlicht

Ungelesener Beitrag von Ingo Teschke » So 20. Dez 2020, 16:13

... zumindest auf der Linie 6 fahren heute 80% aller Kurse mit "Nordlichtern", d.h. die vier Avenios 3201,3202,3207,3208 sind unterwegs (zum ersten Mal vier Wagen gleichzeitig auf Linie?), und der fünfte Kurs auf der 6 ist die Berta 3113.

Weiterhin fiel auf, dass auf den Linien 1-4-6-8 heute fast nur GT8N-1/-2 unterwegs waren (nur der 3071 fuhr auf Kurs 6014 Linie 1/8). Das war vor zwei Wochen noch anders - da fuhren am Sonntag etliche GT8N auf den Neustädter und Vahrer Kursen.

Und trotz Lockdown wird die Linie 10 am Sonntag nachmittag zwischen Hastedt und Waller Friedhof zum 10-Minuten-Takt verdichtet - also die übliche 10E verkehrt auch heute.

Gruss
Ingo

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Dietmar Krebs
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Re: Nordlicht-Alltag bei der BSAG+Bonus (m. 13 B.)

Ungelesener Beitrag von Dietmar Krebs » So 20. Dez 2020, 18:39

So richtig ausgereift scheint die Brems-Software der Avenios noch nicht zu sein.
Am 19.12.2020 bin ich mit drei Avenios (3201, 3207 und 3208) mitgefahren. Alle drei Fahrzeuge hatten Flachstellen im Fahrgestell des dritten Wagenteils.
Beim 3207 hatte auch das Fahrgast-Informations-System seine Probleme. Neben einem ausgefallenen Doppelmonitor im ersten Wagenteil, hing die Anzeige der Haltestellen meistens mehrere Haltestellen hinterher. Am Hauptbahnhof, Richtung Uni, wurden noch die Anschlüsse vom Theater am Leibnizplatz angezeigt. Die "Perlschnur" mit den drei folgenden Haltestellen wurde fast nie gezeigt. Lediglich die Haltestellenansage lief richtig.
Das sind wohl noch die "Kinderkrankheiten".
Aufgefallen ist mir noch, dass bei 3207 und 3208 der Feuerlöscher aus dem Heckgeschränk, unter die linken Längssitze verlegt wurde. Die Klappe, unter der sich früher der Feuerlöscher befand, wurde provisorisch mit Silikon zugeklebt.

Gruß
DIetmar

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Ingo Teschke
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Nordlicht - Übergang zum Alltag

Ungelesener Beitrag von Ingo Teschke » So 20. Dez 2020, 19:36

Hallo Dietmar,

danke für Deine Schilderungen. Ich halte diese Erfahrungen zum derzeitigen Zeitpunkt für normal und bleibe optimistisch, dass die Nordlichter eine akzeptable Fahrzeuggeneration bei der Bremer Straßenbahn sein werden. Sicherlich hatte man ambitioniertere Ziele, was die Zahl der erfolgreichen Inbetriebnahmen im Jahr 2020 angeht. Aber ich sehe es positiv: Es ist immerhin gelungen, 4 Fahrzeuge in den Liniendienst zu bringen, und von Ausfällen oder vorzeitigem Einrücken ist mir zumindest nichts zu Ohren gekommen. Verglichen mit Fahrzeugbeschaffungsprogrammen anderer Verkehrsbetriebe sieht das durchaus gut aus.

Vielleicht sind auch meine Ansprüche mittlerweile gesunken, aber bei Schienenfahrzeugen werden ja nur Kleinserien hergestellt, d.h. das Zusammenwirken der vielen einzelnen Komponenten, die für sich genommen sicherlich einwandfrei arbeiten, lernt man erst in der Inbetriebnahmephase kennen, und die richtig gemeinen Dinge fallen eben erst im harten Betriebseinsatz auf. Ich kenne es selbst aus meiner Firma, wo für komplexe Systeme komplexe Abnahmeverfahren mit teilweise deutlich mehr als 1000 Prüfpositionen entwickelt werden. Und eine Mängelliste mit 500 oder mehr Einträgen gilt als normal. Dabei wird natürlich priorisiert: Sicherheitsrelevante Mängel (--> Fahrzeug wird nicht eingesetzt), verfügbarkeitsrelevante Mängel (Fahrzeug wird eingesetzt mit dem Risiko, liegen zu bleiben), komfortrelevante Mängel (die Behebung wird bewusst teilweise erst später angegangen).

Ich denke, die BSAG und Siemens stecken derzeit genau in dem Prozess zwischen verfügbarkeitsrelevanten und komfortrelevanten Mängeln. Daher wird es wahrscheinlich noch ein ganzes Jahr dauern, bis man ein wirkliches Urteil abgeben kann, und mit jeder Inbetriebnahme werden neue Erfahrungen gesammelt, die dann wieder in die Gesamtserie einfließen. Dazu kommen vielleicht noch kleine Änderungswünsche auf Basis von Fahrer-, Werkstatt- und Kundenfeedback.

Gruß
Ingo

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