CSD mit Sperrung vom Hbf UND Domsheide am 22.08.20

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Airboss
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CSD mit Sperrung vom Hbf UND Domsheide am 22.08.20

Ungelesener Beitrag von Airboss » Mi 19. Aug 2020, 16:02

Am 22.08.2020 wird die gesamte City zwischen 11:30 und 16:00 Uhr gesperrt, einschließlich der Verkehrsknoten Hauptbahnhof und Domsheide.
Das führt dazu, daß die Straßenbahnlinien ALLE geteilt oder sogar eingestellt werden und die Buslinien weiträumig umgeleitet werden.
Grund ist der als Demo bezeichnete Christopher Street Day.

Es folgt der Link zur BSAG-Homepage mit den Umleitungen:
https://www.bsag.de/de/aktuelles/aktuel ... 3497189a60
Viele Grüße von
Jens Stein ✈ ✈ ✈


Avatar: 3546 am 23.05.1998,
dem einzigen Betriebstag der Linie 5
auf der damals neuen Flughafenbahn

BRE
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Re: CSD mit Sperrung vom Hbf UND Domsheide am 22.08.20

Ungelesener Beitrag von BRE » Mi 19. Aug 2020, 22:40

Hmmm, warum verknüpft man die "losen" Linienenden nicht? So braucht man doch etwa den doppelten Auslauf an Fahrzeugen.

Die Linie 6 zwischen Flughafen und BSAG-Zentrum pendeln zu lassen, erscheint mir z.B. irgendwie nicht so sinnvoll.
Dafür fahren dann aber 3 Linien im 10er-Takt (okay es gibt keinen Fahrplan, aber trotzdem der 10er Takt soll angestrebt werden.) zum BSAG-Zentrum. Dabei könnte man z.B. folgende Verknüpfungen konstruieren:
Ab Huchting als Linie 1 bis zum Brill, ab dort weiter als Linie 10 nach Gröpelingen und umgekehrt.
Ab Arsten als Linie 4 bis zum Brill, ab dort weiter als Linie 3 nach Gröpelingen und umgekehrt.
Ab Flughafen als Linie 6 bis zum Brill und ab dort weiter als Linie 2 nach Gröpelingen und umgekehrt.

Im Ost-Netz ist das Ganze natürlich etwas schwieriger.
Aber auch da fahren die Linien 2, 3 und 10 zur Kurt-Huber-Str. (parallel zur Linie 1) und die Linien 1 und 4 parallel zur Linie 3 bzw. 2/10.
Auch hier ließe sich etwas verknüpfen:
4 ab Lilienthal/Borgfeld bis Humboldtstr. und ab dort weiter als Linie 3 zum Weserwehr und umgekehrt.
1 ab Bf. Mahndorf bis Humboldtstr. und ab dort weiter als Linie 2 nach Sebaldsbrück und umgekehrt.
Bliebe noch die Linie 10 diese würde ich dann zwischen Sebaldsbrück und Horner Mühle (weil nicht so weit raus, wie bis zur Kurt-Huber-Str.) pendeln lassen. Vorher gibt es ja leider nichts geeignetes zum Wenden. Ggf. ginge noch Dreiecken an der Kirchbachstr.

Warum macht die BSAG also diesen unheimlich aufwendigen Parallelverkehr über weite Strecken?

ChristophN
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Re: CSD mit Sperrung vom Hbf UND Domsheide am 22.08.20

Ungelesener Beitrag von ChristophN » Do 20. Aug 2020, 01:32

Die eigentliche Frage lautet doch: Warum muss der CSD in Corona-Zeiten überhaupt stattfinden?

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Linie 8
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Re: CSD mit Sperrung vom Hbf UND Domsheide am 22.08.20

Ungelesener Beitrag von Linie 8 » Do 20. Aug 2020, 08:37

Weil die Veranstalter es beantragt und die Stadt es genehmigt hat. Außerdem gilt das Recht zu demonstrieren auch in einer Pandemie.
Und die Verknüpfung wird wahrscheinlich nicht gemacht, weil die Veranstaltung nur ein paar Stunden dauert und es so einfacher ist, nach dem Ende den normalen Betriebsablauf wieder herzustellen.

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Arne Schmidt
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Re: CSD mit Sperrung vom Hbf UND Domsheide am 22.08.20

Ungelesener Beitrag von Arne Schmidt » Do 20. Aug 2020, 11:13

Gab es jemals wegen einer Veranstaltungen solche Umleitungen? Ich kann mich nicht daran erinnern. Dagegen sind die Maßnahmen zum jährlichen Freimarktsumzug ja geradezu "Peanuts". Linien 2 und 3 zum BSAG Zentrum, bzw. Kurt-Huber-Str., Linie 4 nach SEB, usw. Ich weiß nicht, ob es diesen Aufwand wert ist. Hätte man in der Innenstadt für die Veranstaltung nicht andere Lösungen finden können, dass zumindest nicht zwei große Knotenpunkte gesperrt werden müssen?
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Re: CSD mit Sperrung vom Hbf UND Domsheide am 22.08.20

Ungelesener Beitrag von krni » Do 20. Aug 2020, 11:57

ChristophN hat geschrieben:
Do 20. Aug 2020, 01:32
Die eigentliche Frage lautet doch: Warum muss der CSD in Corona-Zeiten überhaupt stattfinden?
Das frage ich mich auch. Und davon abgesehen: Warum dieser Verlauf des Demonstrationszuges genehmigt wurde. Ich meine, warum muss der CSD die gesamte Breite der Bürgermeister-Smidt-Straße einnehmen?

Ersatzverkehr
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Re: CSD mit Sperrung vom Hbf UND Domsheide am 22.08.20

Ungelesener Beitrag von Ersatzverkehr » Do 20. Aug 2020, 12:35

Die BSAG ist in der Kette eines der letzten Glieder und muss auf den Marschweg reagieren.
Da wird auf die Befahrbarkeit von BSAG-Hauptachsen keine Rücksicht genommen.

Letztes Jahr wurde mit spontanen Umleitungen gearbeitet, was extrem in die Hose gegangen ist.
Daher versucht man nun dieses Jahr ein Konzept mit zumindest vorbereiteten Umleitungen und Fahrgastinformation.

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Nordlicht
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Re: CSD mit Sperrung vom Hbf UND Domsheide am 22.08.20

Ungelesener Beitrag von Nordlicht » Do 20. Aug 2020, 13:01

krni hat geschrieben:
Do 20. Aug 2020, 11:57
. Ich meine, warum muss der CSD die gesamte Breite der Bürgermeister-Smidt-Straße einnehmen?
Vielleicht wegen der Abstandsregelung?
Bei fünf Leuten in einer Reihe und jeweils 2m Abstand ergibt das schon mal 8 Meter!


MfG
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Re: CSD mit Sperrung vom Hbf UND Domsheide am 22.08.20

Ungelesener Beitrag von krni » Do 20. Aug 2020, 19:43

@ Ersatzverkehr: Dann sollte das "Glied der Kette", das diesen Marschweg genehmigt hat, das in Zukunft nicht mehr tun.
@ Nordlicht: Zwei Spuren sind breit genug, um mit zwei oder drei Personen nebeneinander herzugehen.

Ich habe den Eindruck, dass beim CSD trotz Corona alles sein soll wie immer und sich alle anderen dem unterordnen sollen. Ich meine: Man bringt wegen einer Demo den gesamten ÖPNV in der Innenstadt zum Erliegen. Die Bombenentschärfung vor gut vier Jahren (https://www.bahnbremen.de/content/archi ... index.html) war eine andere Situation, aber hier frage ich mich echt: Muss das sein?

haubra
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Re: CSD mit Sperrung vom Hbf UND Domsheide am 22.08.20

Ungelesener Beitrag von haubra » Do 20. Aug 2020, 20:05

Ich verstehe das auch nicht so ganz, hättem man das nicht um eine Woche - oder bis zum Ende der Bauarbeiten verschieben können. Zumal
der eigentliche CSD am 28. Juni ist. Aber wie sagt unser Bundespräsident: Demokratie heisst auch aushalten. Und der Weltuntergang ist es
auch nicht. Also entweder mitdemonstrierern - oder eben zu Hause bleiben. Außerdem lieber CSD, als Covidioten, Reichsbürger, Rechte
und andere Vollidioten.

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Re: CSD mit Sperrung vom Hbf UND Domsheide am 22.08.20

Ungelesener Beitrag von vopu » Do 20. Aug 2020, 20:55

Moin,

ich konnte es gar nicht glauben, als ich den Artikel mit den Umleitungen gelesen habe. Es ist ja schön, dass die BSAG da alles ausführlich beschreibt, aber wer liest sich das alles durch und wer versteht das ?? Zumal es leider auch keine Grafik gibt.

Recht auf Demonstration - OK. Weiß jemand, ob eine Höchstteilnehnmerzahl vorgegeben wurde ? Ich finde, es kann nicht sein, dass durch diese Demo die ganze Stadt über Stunden ins Chaos gestürzt wird und Tausende von unbeteiligten Leuten in ihrem Tagesablauf beeinträchtigt werden.
Es kann auch nicht sein, dass die BSAG bei so einer Planung kaum Mitspracherecht hat.
Man fragt sich - wie bei so vielen anderen Entscheidungen in der Corona-Zeit - ob das alles verhältnismäßig ist.

Und bei den Linienführungen hatte ich den gleiche Gedanken wie BRE, warum man die Enden nicht einfach verknüpft.
Zumindest die 6 nur vom Flughafen bis BSAG-Zentrum ist aus Fahrgastsicht doch Schwachsinn. Dann kann man doch die 2,3 oder 10 bis Flughafen verlängern = 1x weniger umsteigen !

BRE
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Re: CSD mit Sperrung vom Hbf UND Domsheide am 22.08.20

Ungelesener Beitrag von BRE » Do 20. Aug 2020, 21:40

Linie 8 hat geschrieben:
Do 20. Aug 2020, 08:37
Und die Verknüpfung wird wahrscheinlich nicht gemacht, weil die Veranstaltung nur ein paar Stunden dauert und es so einfacher ist, nach dem Ende den normalen Betriebsablauf wieder herzustellen.
Aber dafür wird - sofern man wirklich den angepriesenen 10er Takt halten will - deutlich mehr an Fahrzeugen und Fahrpersonal benötigt.

Beispiel Linie 4: Laut Aushangfahrplan Arsten -> Lilienthal 65 Minuten und Lilienthal -> Arsten 64 Minuten.
Nun braucht die 4 Ost für Lilienthal -> Am Dobben 34 Minuten uns für Am Dobben -> Sebaldsbrück 21 Minuten also in der Summe 55 Minuten. Man spart also im Umlauf gegenüber der Gesamt-4 20 Minuten also beim 10er-Takt 2 Kurse ein. Aber dann ist ja die 4 Südwest noch nicht bestückt:
Arsten -> Theater am Leibnizplatz: 16 Minuten
Theater am Leibnizplatz -> Am Brill: ca. 5 Minuten
Am Brill -> Haferkamp.: 6 Minuten
Haferkamp -> Am Brill: ca. 5 Minuten
Am Brill -> Theater am Leibnizplatz: ca. 5 Minuten
Theater am Leibnizplatz -> Arsten: 16 Minuten
Also insgesamt etwa 53 Minuten, macht beim 10er-Takt mind. 6 Kurse, zwei auf der Ost 4 gespart, macht 4 Kurse Mehrbedarf.
Und aus diesem Zustand wieder zur Normalität zurückzukehren dürfte auch nicht wirklich einfach sein: Es ist nach Ende der Umleitungen kein Kurs dort wo er nach Fahrplan sein sollte. Egal ob mit oder ohne Verknüpfung.

Weil ich gerade so dabei bin mache ich das nochmal auch für die Linie 10:
Sebaldsbrück -> Am Dobben: 20 Minuten / Am Dobben -> Kurt-Huber-Str.: 18 Minuten, macht oneway 38 Minuten, normal braucht die 10 für SEB->GPL 44 Minuten, also werden alleine für die Ost-10 schon fast soviele Kurse benötigt, wie sonst für die Gesamt-10.
Kommt noch die Südwest-10:
BSAG-Zentrum -> Theater am Leibnizplatz: 5 Minuten
Theater am Leibnizplatz -> Haferkamp: ca. 11 Minuten
Haferkamp -> Gröpelingen: 14 Minuten
macht mit Pausen mindestens 70 Minuten pro Umlauf also noch mal 7 Kurse, im Osten einen gegen Gesamt-10 gespart hier 7 drauf, macht für die 10 sechs Extra-Kurse. Die Bilanz bei den Linien 2 und 3 dürfte ähnlich aussehen.

Wegen Power-Wochenende würden die Linien 5 und 8 eh nicht fahren. Die 6 würde nur Flughafen-Hbf. fahren. Man spart hier vielleicht 4 Kurse, die verbraucht schon die Linie 4. DIe 10 braucht 6 Kurse mehr, die 2 und 3 vermutlich auch etwa, bei der 1 schätze ich liegen wir vielleicht auch bei etwa 4 Kursen mehr. Also werden 22 Kurse mehr benötigt, weil man nachher vielleicht schneller wieder zurück sortiert hat? Das ist doch nicht wirktschaftlich. Sicher sind da noch Unschärfen drin. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man diese ca. 20 Kurse mehr wirklich einsetzt! Der 10er-Takt wird halt einfach nicht gehalten werden auf vielen Abschnitten. Wäre ja auch Wahnsinn zwischen Dobben und Kurt-Huber-Str. einen 2,5-Minuten-Takt (1, 2, 3 und 10) zu haben oder zum BSAG-Zentrum einen 3,3-Minuten-Takt.

VEL
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Re: CSD mit Sperrung vom Hbf UND Domsheide am 22.08.20

Ungelesener Beitrag von VEL » Do 20. Aug 2020, 22:46

Moin,

ich vermute mal, der angegebene 10-Minuten-Takt bezieht sich auf die einzelnen Streckenabschnitte, nicht auf jede einzelne Linie.
Die 2+10 sind im Ostnetz ja gleich und auf ihrer "Stammstrecke" kommt ja auch noch die 4 dazu - da wird sicher nicht alle 3 Minuten eine Bahn fahren.
Zusammen mit der 1+3 fahren insgesamt 5 Linien zwischen Kirchbachstr. und St.-Jürgen-Str. - jede davon im 10er-Takt würde wohl besonders im Viertel zum Straßenbahnstau führen, und so viel Kapazität wird auch gar nicht benötigt.
Wahrscheinlich wird die gleiche Anzahl Fahrzeuge unterwegs sein wie sonst, nur eben auf anderen Strecken.
Die zusätzliche 4 füllt dann den umlaufbedingt gestrecken Takt der 2 und 10 - die wiederum die 1+4 abschnittsweise verdichten.

Daß es mit dem Power-Wochenende zusammenfällt, sehe ich durchaus als praktisch an, denn bei Sperrung des Hbf. könnte man für die Nordäste der 6+8 sowieso nur einen Busverkehr organisieren. Die für eine Verknüpfung notwendige Rückwärtsfahrt durch die Bürgerparkschleife wäre wohl etwas umständlich.

Als einzig mögliche Erklärung für den separaten Pendel BSAG-Zentrum - Flughafen kann ich mir vorstellen, daß man so flexibler ist - vom Brill aus nimmt man einfach die nächste Bahn bis BSAG-Zentrum - statt möglicherweise längere Zeit auf die "eine richtige" zu warten, die dann womöglich noch überfüllt ist. Vermutlich besteht zur Zeit auch nur ein niedrigeres Fahrgastaufkommen Richtung Flughafen.

..und irgendwie finde ich, so ein regenbogenbuntes Umleitungsprogramm paßt doch zum CSD :))

Viele Grüße
Björn

krni
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Umleitungen wegen CSD (m. 21 B.)

Ungelesener Beitrag von krni » Sa 22. Aug 2020, 18:31

Moin,

Der heutige Christopher Street Day erforderte eine Netztrennung und umfangreiche Umleitungen aller Straßenbahnlinien:

1. Tw 3033 erreicht auf der Linie 3 Richtung Kurt-Huber-Straße die Dietrich-Bonhoeffer-Straße:
Bild

2. Keine zwei Minuten später erreicht mit Tw 3015 die nächste 3 die Haltestelle:
Bild

3. Die Linien 3 und 10 waren am Betriebshof Vahr verknüpft, deshalb fährt Tw 3033 gut zehn Minuten später als Linie 10 Richtung Sebaldsbrück:
Bild

4. Eine 2 und eine 10 begegnen sich an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße, wo sonst nur die Linie 1 fährt:
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5. Begegnung zweier Zweien in der Geschwister-Scholl-Straße. Im Hintergrund sieht man Tw 3015 an der Kurt-Huber-Straße:
Bild

6. Die Linie 2 verkehrte linienrein:
Bild

7. Tw 3141 auf der Linie 1 Richtung Huchting bzw. Weserwehr. Nach meinen Beobachtungen kam stadteinwärts ungefähr alle zehn Minuten pro Linie eine Bahn:
Bild

8. Eine an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße alltägliche Begegnung. Tw 3135 war die erste 1 Richtung Bf Mahndorf in etwa 20 Minuten:
Bild

Ich konnte keine 3 stadteinwärts sichten und keine 10 stadtauswärts (war etwa 15-20 min dort). Ich möchte aber keine Gedankenspiele anstellen, woran das liegt.

9. Ortswechsel nach Sebaldsbrück: Linie 4 und Linie 10 gemeinsam in einer Schleife. Wann und wo gibt es so etwas sonst?
Bild

10. Gegen 13:30 Uhr kam es in der Wendeschleife zu einem Straßenbahnstau: Tw 3025 steht am Ankunftsbahnsteig, davor steht ein weiterer GT8N. Auch davor setzte sich die Schlange fort:
Bild

11. Tw 3011 kann deswegen nicht in die Wendeschleife einfahren:
Bild

12.+13. Heute konnte ich erstmals eine Berta in Sebaldsbrück ablichten. Auf den Linien 2, 3 und 10 habe ich keine "Dicken" gesehen:
Bild
Bild

14. Die Linien 2 und 4 begegnen sich sonst nur an der Domsheide, und auch dann nicht mit diesen Zielen. An der Schloßparkstraße steht schon die nächste Bahn:
Bild

15. Tw 3021 verlässt die Endstelle Sebaldsbrück als Linie 3 Richtung Gröpelingen?
Bild

16. Alle drei Ost-West-Linien auf einen Streich, zumindest laut Liniensignal. Tw 3011 konnte kurz nach dieser Aufnahme endlich in die Wendeschleife einfahren:
Bild

17. Auch die nächste Bahn hatte mit Platzmangel zu kämpfen:
Bild

18. Die BSAG reagierte darauf und nahm die Linie 4 aus Sebaldsbrück heraus (vermutlich wendete sie über Georg-Bitter-Straße). Tw 3003 war die letzte 4, die aus Sebaldsbrück abfuhr. Auf diesem Bild sieht man seht gut das Kurvenverhalten der GT8N - und wozu Tröpfchenfahrten gut sind:

19. Tw 3027 mit zum Anlass der Umleitungen farblich passender Werbung:
Bild

20.+21. Die Linie 2 verkehrte auch in Sebaldsbrück linienrein:
Bild
Bild

Ich fand das Betriebskonzept ziemlich undurchdacht, auch wenn dadurch stellenweise sehr dichte Taktfolgen entstanden. Zudem fehlten an den Haltestellen die Umleitungsaushänge. Für Fotografen mögen solche Umleitungsmaßnahmen vielleicht interessant sein, aber im Namen des normalen Fahrgastes frage ich mich nach wie vor, ob der CSD wirklich beide großen Knotenpunkte gleichzeitig blockieren muss.

Gruß
Niko

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Ingo Teschke
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Umleitungsverkehr heute

Ungelesener Beitrag von Ingo Teschke » Sa 22. Aug 2020, 19:02

Hallo,

heute fanden ja die angekündigten CSD-Umleitungen statt. Ehrlich gesagt habe ich Null Verständnis dafür, dass ein solcher Demoverlauf genehmigt wird. Warum muss die Demo überhaupt am Hauptbahnhof vorbeikommen - hätte nicht eine Route über "Am Wall" genügt? Wer Toleranz von anderen einfordert, sollte auch Toleranz gegenüber Personen mit einem anderen Mobilitätsbedürfnis gewähren. Und eine komplette Innenstadtsperrung zu beanspruchen ist nichts anderes als Intoleranz.

Wie dem auch sei. Die BSAG musste darauf reagieren und hat ja im Vorfeld einen "Plan" bekanntgegeben. Ehrlich gesagt kann ich auch hier nicht nachvollziehen, wieso man nicht die Linienäste sinnvoll verknüpft hat. User BRE und andere haben das ja bereits ausführlich beschrieben - deren Argumentation folge ich zu 100%.

Aber auch die Umsetzung des "Plans" war keine Meisterleistung. Es fehlte - mein Eindruck als Aussenstehender - an klaren Anweisungen, welche Gleise z.B. in Sebaldsbrück zu nutzen wären. Hier war das Fahrpersonal auf sich allein gestellt mit den Folgen, dass in Sebaldsbrück nur noch Verwirrung war. Dabei wäre es einfach gewesen zu sagen "Linie 4 benutzt Innengleis, alle anderen fahren auf dem Aussengleis". Der Verkehr war sehr sehr unregelmässig. Meine Beobachtung von Sebaldsbrück 12.20 - 13.10 Uhr: Zwischen 12.20 und 12.45 Uhr fuhr gar keine Bahn Richtung Innenstadt (normalerweise wird hier ein 5-Minuten-Takt geboten!), danach die Linie 4 grob im 10-Minuten-Takt. In der gesamten Zeit fuhren zwei Bahnen der Linie 2 Richtung Stadt, gar keine 10. In der Ankunft kam erstmal auch lange nichts, dann kam plötzlich mal der 3.3-Minuten-Takt. Von den fünf angekommenen 2/10 rückten dann aber drei in Sebaldsbrück ein und waren in der Halle verschwunden. Die Bahnen der Linie 4 standen mehr als 20 Minuten in Sebaldsbrück und z.B. der Linie 2 im Weg (siehe unten).
Zwischen 13.30 und 14.00 Uhr hatte ich etwa 30 Minuten lang die Strecke der Linie 1 in der Vahr im Blick. Von den dort angekündigten Linien 2, 3 und 10 habe ich nichts gesehen. Es kamen nur Bahnen der Linie 1, beschildert mit "Bf. Mahndorf" oder "Huchting" vorbei.
Zwischen 14.15 und 14.45 Uhr hatte ich in Horn die Linie 4 im Blick. In der Zeit kam dort der Wagen 3022 beschildert als "3 Horn" vorbei (leider kein Foto), etwa 10 Minuten später fuhr er als "10 Sebaldsbrück" wieder zurück.

Fazit: Wie befürchtet, wurde wohl mehr oder minder nach "Freestyle-Fahrplan" gefahren, auf die 2/3/10 im Osten wurde fast gänzlich verzichtet. Fahrgastinfo kann ich nicht wirklich beurteilen, denn nach dem Umbau der Wartehallen in Sebaldsbrück im letzten November hat man wohl die vorher dort installierten DFI einfach vergessen. In der Aussenbeschilderung habe ich die BSAG auch besser in Erinnerung. Zumindest auch an der Schlossparkstr. waren die Bahnen der Linie 4 Richtung Sebaldsbrück beschildert als "4 Borgfeld" oder "4 Lilienthal". Warum war es nicht möglich, diese Bahnen als "10 Sebaldsbrück" auszuschildern? Eine "4 Lilienthal" ist nicht unbedingt einladend für eine Fahrt nach Sebaldsbrück. Auch ab Sebaldsbrück wurde direkt "4 Borgfeld" bzw. "4 Lilienthal" ausgeschildert, keine Kombi-Anzeige.

Folge-Argumentation: Bei der BSAG wird man sich sicherlich gesagt haben "das war eine aussergewöhnliche Situation", da kann einiges schief gehen. Dem halte ich entgegen, dass bei "meiner" Eisenbahn in der Schweiz für alle erdenklichen Störungsszenarien direkt Pläne in der Schublade liegen, die bei Bedarf innerhalb von zwei (!) Minuten aktiviert werden und für alle Beteiligten sofort Handlungsanweisungen haben, und zwar hinsichtlich Fahrzeugumläufe/-verknüpfungen, Gleisbelegung, Fahrgastinformation in den Fahrzeugen, an den Stationen und im Internet sowie als SMS-Pushnachricht. Beispiel Konzept BERNA (Sperrung Aaretal): Zwei Fernverkehrslinien werden umgeleitet durch das eingleisige Gürbetal, zwei Fernverkehr(FV)slinien werden in Thun/Bern gebrochen mit bahnsteiggleichem Umstieg in die anderen FV, Plankreuzung S-Bahn/FV im Bahnhof Burgistein, S-Bahn Linie 31 wird Belp-Bern eingestellt, überzählige S31 wird in Belp hinterstellt, FV-Kundeninformation mit Verspätungsprognose von 32 Minuten am Zielbahnhof, Aktivierung des Ersatzfahrplans für Anschlussbuslinien, Ankündigung der "geänderten Zugsformation" durch umgedrehte Wagenreihung. Und das ganze betrifft zwei Infrastrukturbetreiber und zwei Verkehrsunternehmen!
Das ist sicher nicht mit der BSAG vergleichbar, aber ich habe den Eindruck, dass bei der BSAG jedes Mal das Rad neu erfunden wird und man dann feststellt, dass z.B. die Liniencodierungen für die Aussenanzeigen fehlen etc.

Hier ein paar bebilderte Eindrücke von heute:
Wagen 3048 fährt als "4 Borgfeld" aus der Endstelle Sebaldsbrück aus.
Bild

Nächste Haltestelle (und Endstelle): Sebaldsbrück. Der Wagen bog einfach wieder in die Ankunftshaltestelle ein, um der nachfolgenden Linie 2 Platz zu machen. Im Wagen 3048 sassen übrigens Fahrgäste, die sicherlich "begeistert" waren.
Bild

Beschildert als "4 Lilienthal" erreicht der 3104 die Endstelle Sebaldsbrück. Ab welcher Haltestelle das Fahrzeug so beschildert war, weiss ich nicht. Normalerweise zeigen die Bahnen hier aber noch "Sebaldsbrück" an. Auch alle anderen ankommenden Bahnen der 4 waren entsprechend geschildert.
Bild

Und da isser wieder. Der 3048 unternimmt einen neuen Anlauf, um als "4 Borgfeld" in Sebaldsbrück zu starten, gut 10 Minuten nach dem ersten Versuch. Der 3104 hat mittlerweile die zweite Abfahrtsposition belegt, dürfte aber erst 10 Minuten nach dem 3048 in Sebaldsbrück abgefahren sein (ich habe es mir nicht mehr angesehen). Dahinter warteten zwei Bahnen der 2/10...
Bild


Für andere Bereiche wie Innenstadt etc. fehlte mir die Motivation ... Über Erfahrungsberichte würde ich mich freuen.
Ingo

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