Stillgelegte Bahnstrecken im Bremer Umland

In diesem Forum kann über Themen des Nahverkehrs in Bremen und umzu diskutiert werden. Steigen Sie ein!
gypsruepelli
Flugkapitän
Beiträge: 194
Registriert: Di 9. Jun 2015, 21:26
Wohnort: Düsseldorf

Stillgelegte Bahnstrecken im Bremer Umland

Ungelesener Beitrag von gypsruepelli » Di 4. Jun 2019, 12:47

Hallo in die Runde,

Ich stelle mir die Frage, welche stillgelegten Bahnlinien es im Bremer Raum noch geben mag und wie das Potential für die Reaktivierung aussieht.

Als erstes fällt mir natürlich die Moorexpress-Strecke ein, auf der sicher durch den Museumsbetrieb deutliches Reaktivierungspotential ist.

Dann wäre da noch die Bahnstrecke von Bassum nach Rahden, die nach wie vor existiert, aber größtenteils wohl grundsaniert werden müsste, um sie als Verbindung von Bremen nach Ostwestfalen wieder flott zu bekommen.

Kennt die Community noch mehr Strecken?
Sie verkosten einen 2017er Château Bulât, der sich durch die deutliche Wacholdernote im Abgang auszeichnet.

internaut
Flugkapitän
Beiträge: 180
Registriert: Di 26. Jun 2007, 18:09

Re: Stillgelegte Bahnstrecken im Bremer Umland

Ungelesener Beitrag von internaut » Di 4. Jun 2019, 15:35

Schau dir das Kursbuch von 1944 an und du kannst dir viele Gedanken machen.
http://pkjs.de/bahn/Kursbuch1944/Teil2/ ... nover.html
Die letzte rotgrüne Landesregierung von Niedersachsen hat sich aber vor einigen Jahren viele Gedanken gemacht und im Umland Bremens auch einiges untersucht. Ergebnis: Nix.

Hansa-Tw
Vielflieger
Beiträge: 52
Registriert: Fr 10. Aug 2018, 23:41

Re: Stillgelegte Bahnstrecken im Bremer Umland

Ungelesener Beitrag von Hansa-Tw » Di 4. Jun 2019, 16:54

Wenn dich das so sehr interessiert, dann gucke doch bitte einfach bei Wikipedia; dort gibt es sowohl eine Liste der Strecken im Bundesland Bremen wie auch eine Liste stillgelegter niedersächsischer Strecken. Oder du guckst in die Untersuchung zur Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken des Landes Niedersachsen von 2013. Dort wurden 74 Strecken analysiert, um die 28 intensiver und für eine Handvoll wurden detaillierte Nutzwertanalysen durchgeführt; reaktiviert werden zwei: Bad Bentheim – Neuenhaus der Bentheimer Eisenbahn und Einbeck-Salzderhelden - Einbeck-Mitte.

Das Grundübel aller stillgelegten Strecken im Raum Bremen ist, dass sie mit ihrem Streckenverlauf nicht mehr den aktuellen Verkehrsbedürfnissen entsprechen und dass an ihnen viel zu wenig Menschen wohnen, um von einer nennenswerten Nachfrage sprechen zu können; das sollte man auch als ÖPNV-Fan akzeptieren statt Museumsbetrieb als Reaktivierungspotenzial zu deuten - das ist pure Träumerei! Der "Moorexpress" ist in der Reaktivierungsuntersuchung gnadenlos durchgefallen. Selbst wenn irgendwo im Umland abschnittsweise Potenziale zu heben wären, würden die früher oder später auf existierende, bereits hochbelastete Strecken führen und dort zu Trassenkonflikten führen oder zu Ausbauten zwecks Kapazitätserweiterungen zwingen. Wie "leicht" das ist, zeigt die ewige Diskussion um das 3. Gleis Langwedel - Sebaldsbrück und Abzw. Rangierbahnhof Bve - Burg. Das gilt auch für dein Lieblingsprojekt Bassum - Rahden. Bis Sulingen mag da ein kleines Potenzial sein, aber der Wunsch nach durchgehendem Regionalverkehr Richtung Ostwestfalen-Lippe entbehrt jeglicher verkehrlicher Nachfrage.

Bei allem Spaß am Diskutieren: informiere dich doch bitte erst mal statt hier immer wieder Luftschloss-Themen anzuzetteln, aber das ist natürlich nur meine persönliche Meinung.

Bruder_M
Flugbegleiter
Beiträge: 107
Registriert: So 26. Aug 2018, 20:31
Kontaktdaten:

Re: Stillgelegte Bahnstrecken im Bremer Umland

Ungelesener Beitrag von Bruder_M » Mi 5. Jun 2019, 10:49

Ich liebe dieses Forum! Viel geiler, als µC.net und heise zusammen! Wie kann man es bloß wagen, eine Frage zu stellen!? Sogar zu etwas, was draußen, in der realen Welt passiert. Sogar von einem Neuling, oder gar einem Außenstehenden, der sich tatsächlich erfrecht, noch nicht jedes Planfeststellungsverfahren der letzten 70 Jahre, Nachts um Drei bei einem 35-km-Fußmarsch durch moorastiges Gelände in Gasmaske in Kapitel Vers rezitieren zu können!?

Denkt dran: Wir sind hier nur Gast in diesem Forum und ein bisschen mehr Höflichkeit und Bescheidenheit täte gut, denn es wirft kein gutes Licht auf die so genannten Bremer Straßenbahn-"Freunde"...

Ich habe in meinem Archiv viele ungeklärte Kuriositäten aus Bremen und umzu, aber ehrlich gesagt wenig Motivation, diese hier zu posten und zu fragen, da es bestenfalls wenig bis gar keine Reaktion geben wird (siehe Flugfunk-Antennen oder Ariane-Transport) oder das Thema schlicht zerredet wird (z.B. Flohmarkt, Haltestellenwerbung)...

2013 ist lange her, da hat sich massiv was an den Strecken getan. Wir brauchen Fakten und belastbare Dokumentationen vor Ort und kein Gelaber von Politikern, die vermutlich niemals an der Strecke waren und gar nicht um die Relikte wissen. Wenn ich schon morgens nach dem Aufstehen das Radio anmache und höre: Brexit, Trump, AKK, Nahles, treibt es mir das Erbrochene in die Mundhöhle...

On-Topic: Direkt bei Bremen gibt es zwei alte Nebenbahnen, die ich auch jede Woche dokumentiere:

* Bremen-Thedinghauser-Eisenbahn (BTE): Ein Teil der Strecke ist bis heute gesperrt (von Leeste nach Stuhr), obwohl im Herbst und Winter 2018/19 dort massive Sanierungsmaßnahmen durchgeführt wurden (u.A. komplett neues Schotterbett, Schwellen und Gleiskörper auf dieser Strecke, Abbau der Weichen in Erichshof und Brinkum, Sanierung der Weichen und Gleise in Stuhrbaum). Museumsverkehr vom Pingelheini findet nur auf dem Abschnitt Lesste-Thedinghausen statt. Der einzige Güterverkehr auf der Strecke ist die Bedienung des Gashändler Schröder in Dibbersen, dabei fährt die Lok von Kirchweyhe über die sog. "Bruch-Weiche", die letztes Jahr ebenfalls elektrifiziert wurde Richtung Dibbersen. Einmal hatte ich das Glück, diese Bedienung zu dokumentieren: https://youtu.be/BzDFhwv8puQ Der YouTuber [Heinz Schenk] hatte vor einigen Jahren mal die komplette Verfolgung aufgenommen: https://youtu.be/p1zRUsgC71c
Auf dem Stück zwischen Leeste und Thedinghausen wurden in den letzten Jahren umfangreiche Modernisierungen der BÜs vorgenommen und Lichtzeichenanlagen installiert: Im Weißen Moor, Auf dem Geestfelde (Kirchweyhe Ort), Donnerstedter Dorfstraße, Lehmstraße. In den Jahren zuvor wurden die BÜs in Sudweyhe und Bruchweiden gemacht. Vor kurzem wurde in Sudweyhe ein neuer Bahnsteig angelegt und das renovierte Bahnhofsgebäude eröffnet. Die alten Bahnhofsgebäude in Erichshof und Riede verfallen leider :-(
Thedinghausen ist schon vor Jahren abgerissen worden, aber zum Glück hat auch das jemand dokumentiert: https://youtu.be/2UGusbkFNU8
Die kompletten Dokumentationen von der BTE-Strecke habe ich jahresweise in diesen Playlists zusammengefasst:
** 2017: https://www.youtube.com/playlist?list=P ... 03S5Spwvdm
** 2018: https://www.youtube.com/playlist?list=P ... AAhPNJyuyX
** 2019: https://www.youtube.com/playlist?list=P ... 9SOzGtX6rP
(Die Playlists sind so konfiguriert, dass die jeweils neusten Videos mit dem Tag [BTE] immer oben erscheinen. OK, bei den alten, sollte ich die mal bei Gelegenheit chronologisch sortieren.)

* Und dann gibt es da noch die Delmenhorst-Harpstedter-Eisenbahn (DHE), auf der sich auch viel tut. Die Eisenbahn gliedert sich in drei Strecken: Hauptstrecke von Delmenhorst nach Harpstedt. Dann die so genannte "Kasernenbahn" von Delmenhorst Adelheide zur Boelke-Kaserne in Annenheide und die sog. "Lemwerderbahnh" von Delmenhorst nach Lemwerder
** Die Hauptstrecke wird unregelmäßig mit diversem Güterverkehr von Delmenhorst nach Harpstedt befahren: Kali-Dünger, Kalk, Holztransporte in beide Richtungen, Schotter und Kies für Straßenbau. Oft werden auch mal Waggons für ein paar Tage geparkt. Aktuell sind auf der Strecke und im Bf Harpstedt die Weichentransporter von Vossloh stationiert. Auf der Strecke wurde und wird kontinuierlich was gebaut. Es wurden in den letzten Jahren zahlreiche BÜs modernisiert oder mit neuen Lichtzeichen-Anlagen ausgestattet. Halbwegs-Chronologisch: Kirchseelte, Heiligenrode (Harpstedter Str.) Annenheider Straße, Stelle, Klosterdamm, Asternstraße, Am Stadion, Heiligenrode (Malsch). Es wurden an vielen Stellen Gleise und oder Schwellen erneuert, Weichen erneuert oder abgebaut, z.B. folgende Weichen wurden entfernt: Anschluss Hadler, Abstellgleis Grüne Straße, Abzw Wollert und zuletzt die sog. "KLINGELE-Weiche". Früher wurde in Annenheide z.B. auch Soja-Mehl verladen und es gab die Hausmüll-Transporte von Handler nach Sande über Gbf Delmenhorst.
** In Delmenhorst Bf Annenheide zweigt von der Hauptstrecke die sog. "Kasernenbahn" ab. Auf ihr pendelt der sog. "Margarine-Express" zwischen dem Meistermarken-Werk Grüne Straße und dem DACHSER-Hochregallager am Brendelweg. Die Verkehre finden wochentags täglich zwischen 7:00 und 10:00 Uhr, 14:00 bis 16:00 und gegen 19:00 bis 21:00 Uhr statt. Ferner gibt es am Brendelweg noch das sog. "Paletten-Lager" und die Fa. Additiv-Chemie-Luers, die etwa ein mal die Woche konzentrierte Schwefelsäure (Oleum) per Kesselwaggon bekommt. Einmal konnte ich diese Fuhre an der Asternstraße dokumentieren: https://www.youtube.com/watch?v=Y5WhCxDJNfE
Außerdem wurde die Strecke bis zur Kaserne (im Besitz des Bundes) in den letzten Jahren massiv saniert. Es wurden neue Schwellen und Schotter ausgebracht und die Beschilderung wurde aktualisiert. Ebenso wurden die BÜs Yorckstraße, Albertusweg, Heidloge, Boelkestraße und Immelmannstraße neu gemacht. Selbst die landwirtschaftlich genutzten Privat-Übergänge wurden mit neuen Gleistragplatten ausgestattet. Auch wurde die technische Sicherung des BÜ Albertusweg vor kurzem erneuert: https://youtu.be/nQLETow2lRM
Auch auf der Kaserne selbst wurden umfangreiche Maßnahmen durchgeführt, so steht z.B. bis heute ein Plattform-Kleinwagen dort, oft sind ZW-Bagger zu sehen und neuerdings wurden neue Andreaskreuze in den Zufahrten aufgestellt.
** Das größte Mysterium jedoch ist die sog. "Lemwerderbahn", die in Delmenhorst an der Nordenhamer Straße bei Weiche 152 abzweigt. Die letzte Museumsfahrt fand dort am 30.12.2009 statt. Zum 1.01.2010 wurde die Strecke ab Hasbergen gesperrt. Das kurz vor Hasbergen abzweigende Gleis zu Nordica war zu diesem Zeitpunkt zumindest theoretisch noch befahrbar. Kurz darauf begannen in Lemwerder die Abrissarbeiten im Bahnhofsfeld und am Deich! Um 2013 wurde die komplette Strecke gesperrt und hinter der Weiche 152 eine Gleissperrtafel dauerhaft aufgestellt. Nach und nach wurden die BÜs zuasphaltiert, die Andreaskreuze blieben jedoch noch länger bestehen.
Das absolut verrückte an dieser Strecke ist, dass irgendwann zwischen Ende 2016 und Ende 2017 das Hauptsignal bei km 1,4 abgerissen und durch einen Gleismagneten ersetzt wurde. Keiner kann sich das erklären! Auf einer gesperrten Strecke. Andererseits wird diese Strecke jedes Jahr aufs Neue von einem UFO (Unimog-Freischnitt-Objekt) freigeschnitten. Dabei sind leider auch große Teile der verbliebenen Infrastruktur (Hektometersteine, Signaltafeln) in Mitleidenschaft geraten.
Anfang 2019 wurde die Strecke offiziell von der Stadt Delmenhorst entwidmet. Es wurden daraufhin rasch die übrigen Blinklichter und Andreaskreuze abgebaut. Leider hat man sich in der Stadtverwaltung damit keinen Gefallen getan, da ein Rückbau z.B. zu einem Fahrradweg eine Boden-Sanierung erfordert, die u.U. teurer sein würde, als eine Renovierung des Gleiskörpers und Wieder-Eröffnung der Strecke.
Das unerklärliche ist, dass auch bei der Neugestaltung des BÜ Nordenhamer Str. die Weiche 152 weiter angebunden blieb und eben dieser Gleismagnet.

Für umfangreichere Berichte empfehle ich, bei DSO zu stöbern, es gibt von mir und vielen anderen dort interessante Berichte von den Strecken: https://www.drehscheibe-online.de/foren
Für aktuelle Updates kann ich auf jeden Fall meinen Kanal empfehlen: https://www.youtube.com/EisenbahnvideosBremen Ich bin fast jedes Wochenende in der Gegend unterwegs und produziere ausreichend Videos, dass ich jeden Tag ein neues veröffentlichen kann.

Und nicht vergessen: Liken! Sharen! Abonnieren! ;-)

Beste Grüße, Marek

TaV
Passagier
Beiträge: 15
Registriert: Sa 8. Sep 2018, 12:32

Re: Stillgelegte Bahnstrecken im Bremer Umland

Ungelesener Beitrag von TaV » Mi 5. Jun 2019, 19:55

Du bist ja ein wahres Lexikon, vielen Dank!

Ich hoffe, es ist nicht off topic:
gehört die Strecke Vegesack-Farge zu den stillgelegten und später reaktivierten?
Oder fuhren dort immer die "Kohlezüge" (so heißen sie bei mir, gibt bestimmt einen Fachbegriff...), und die Strecke war nie komplett stillgelegt?

Ich habe diese Strecke erst ab ca. 2011 "erfahren", und habe mich das oft gefragt.

Benutzeravatar
Tomas
Flugkapitän
Beiträge: 958
Registriert: Mo 25. Jun 2007, 01:03
Wohnort: Hannover
Kontaktdaten:

Re: Stillgelegte Bahnstrecken im Bremer Umland

Ungelesener Beitrag von Tomas » Sa 8. Jun 2019, 09:56

TaV hat geschrieben:
Mi 5. Jun 2019, 19:55
Oder fuhren dort immer die "Kohlezüge" (so heißen sie bei mir, gibt bestimmt einen Fachbegriff...)
Fachbegriff: Montan-Ganzzug (Zuggattungsnummer 64)

Aber selbst die Fachleute nennen sie noch heute Kohlezüge. ;-) Oder kurz nur „die Kohle“.

Hansa-Tw
Vielflieger
Beiträge: 52
Registriert: Fr 10. Aug 2018, 23:41

@Bruder_M

Ungelesener Beitrag von Hansa-Tw » Mi 12. Jun 2019, 22:15

Bruder_M hat geschrieben:
Mi 5. Jun 2019, 10:49
Ich liebe dieses Forum! Viel geiler, als µC.net und heise zusammen! Wie kann man es bloß wagen, eine Frage zu stellen!? Sogar zu etwas, was draußen, in der realen Welt passiert. Sogar von einem Neuling, oder gar einem Außenstehenden, der sich tatsächlich erfrecht, noch nicht jedes Planfeststellungsverfahren der letzten 70 Jahre, Nachts um Drei bei einem 35-km-Fußmarsch durch moorastiges Gelände in Gasmaske in Kapitel Vers rezitieren zu können!?
Ok, jetzt darfst du dich einmal wie der Rezo des Bremer Nahverkehrsnet(z) fühlen, aber meinst du wirklich, dass maßlose Übertreibungen und haltlose Zuspitzungen der Sache dienlich sind? Abgesehen davon, dass so ein populistisches Rumkrakeele à la (a)sozialer Medien nicht mein Niveau ist (so viel zum Thema "Höflichkeit und Bescheidenheit" und "kein gutes Licht auf auf die so genannten Bremer Straßenbahn-'Freunde'" werfen - immer schön an die eigene Nase fassen, gell!), geht es vor allem ziemlich am Inhalt meines Postings vorbei. Ich habe weder einzelne Foristen oder bestimmte Teilnehmergruppen herabgewürdigt noch irgendwelche Voraussetzungen für Mitdiskutanten gefordert. Unausgesprochen wirfst du mir vor, dass ich irgendwie falsch auf die Frage des Users gypsruepelli reagiert hätte, obwohl ich auf seine Frage eingegangen bin und auf leicht verfügbare Informationsquellen verwiesen habe. Daran kann ich nichts Unhöfliches finden. Oder schau mal in den Faden viewtopic.php?f=31&t=4151, den auch er begonnen hat und in dessen Verlauf ich ebenfalls mit Fakten, Links und ausführlichen persönlichen Einlassungen auf seine Fragen eingegangen bin. Dein Vorwurf ist also schlichtweg nicht haltbar - bitte mal die eigene Echokammer verlassen und deine Wahrnehmung überprüfen.

Richtig ist allerdings, dass ich mich gegen eine Banalisierung der Inhalte im Forum wehre und wehren werde, damit das hier nicht zu einem zweiten Facebook verkommt, wo jeder sein unqualifiziertes Rüberauschen ungefiltert ausrülpsen kann. Ihr jüngeren Teilnehmer seid doch die "digital natives", dann nutzt doch bitte auch die Möglichkeiten, die das Internet bietet, um euch zu informieren - das habe ich auch noch im fortgeschrittenen Alter als inzwischen ü50-Jähriger gelernt (vermutlich mindestens doppelt so alt wie du - apropos: wo bleibt da eigentlich der Respekt vor dem Alter?). Auf Basis dieser Informationen können wir dann gerne diskutieren; leider wird das Forum dazu immer weniger genutzt und aus persönlichen Gesprächen mit anderen "Straßenbahnfreunden" weiß ich, dass das viele vermissen bzw. etliche (ehemalige) Mitschreiber deshalb nicht mehr aktiv sind, weil sie sich u.a. an schnodderigen Kommentaren offensichtlich junger User stören. Was gab es hier früher für tolle Fotos zu sehen, die jeden Kalender oder Bildband geschmückt hätten! Und heute? Dazu sage ich lieber nichts ...
Bruder_M hat geschrieben:
Mi 5. Jun 2019, 10:49
Denkt dran: Wir sind hier nur Gast in diesem Forum und ein bisschen mehr Höflichkeit und Bescheidenheit täte gut, denn es wirft kein gutes Licht auf die so genannten Bremer Straßenbahn-"Freunde"...
Völlig unabhängig davon, wo dieses Forum gehostet wird, würde ich Sachlichkeit an erste Stelle setzen und an der mangelt es dir ganz offensichtlich. Ich sehe auch nicht, dass ich unhöflich gewesen wäre - vielleicht deutlich, aber nicht abschätzig. Immerhin habe ich mir die Mühe gemacht, auf die Frage einzugehen (s.o.). Ja, ich halte eine Diskussion über die Zukunft der stillgelegten Eisenbahnstrecken im Bremer Raum für überflüssig - mit Ausnahme der BTE bzw. der zukünftigen Linie 8. Das habe ich ausdrücklich als meine Meinung gekennzeichnet, andere mögen das anders sehen und können gerne alles Mögliche dazu posten - damit kann ich leben, aber ich habe auch in deinem "on topic"-Beitrag nichts Fundiertes gelesen, was meine Meinung ändern würde.

Wen meinst du überhaupt mit den "so genannten Bremer Straßenbahn-'Freunde[n]'"? Die Hobbyszene im Allgemeinen? Die FdBS? Ich spreche/schreibe hier nur für mich persönlich und das ist sprachlich auch klar so gekennzeichnet.
Bruder_M hat geschrieben:
Mi 5. Jun 2019, 10:49
Ich habe in meinem Archiv viele ungeklärte Kuriositäten aus Bremen und umzu, aber ehrlich gesagt wenig Motivation, diese hier zu posten und zu fragen, da es bestenfalls wenig bis gar keine Reaktion geben wird (siehe Flugfunk-Antennen oder Ariane-Transport) oder das Thema schlicht zerredet wird (z.B. Flohmarkt, Haltestellenwerbung)...
Wenn die Mehrheit der Foristen deine Postings als wenig interessant oder inhaltlich als zu weit weg empfindet und daher nicht kommentieren oder darüber diskutieren mag, dann ist das eben so. Deine persönliche Enttäuschung darüber kann ich bedingt nachvollziehen, aber dann such dir doch ein geeigneteres Forum oder mach 'ne eigene Homepage zu diesen "Kuriositäten"! Ich persönlich (!) halte z.B. deine Beiträge über die Ariane-Transporte im Nahverkehrsnet(z) für falsch plaziert, denn was haben die mit dem hiesigen ÖPNV zu tun, außer dass man die Oberleitungen der Straßenbahn anheben muss, damit sie passieren können? Dokumentatorisch empfand ich sie aus der Erinnerung heraus als recht schwach, weil man außer dem Lichterschauspiel der vielen Einsatzfahrzeuge praktisch nichts erkannt hat - aber das ist wieder nur meine Meinung ...
Bruder_M hat geschrieben:
Mi 5. Jun 2019, 10:49
2013 ist lange her, da hat sich massiv was an den Strecken getan. Wir brauchen Fakten und belastbare Dokumentationen vor Ort und kein Gelaber von Politikern, die vermutlich niemals an der Strecke waren und gar nicht um die Relikte wissen.
Was hat sich denn bitte in den letzten fünf Jahren im Detail "massiv" an den Strecken getan? Die Infrastrukturmaßnahmen an der BTE im Vorgriff auf die Nutzung als Straßenbahnstrecke würde ich nicht als "massiv" bezeichnen; oder sind irgendwo tausende Wohneinheiten an einer stillgelegten Trasse gebaut worden, die das Fahrgastpotenzial der Strecke "massiv" erhöht hätten? Das muss dann wohl komplett an mir vorbeigegangen sein ...

Da du so abfällig über die Reaktivierungs-Untersuchung aus Niedersachsen schreibst, muss ich einfach fragen: kennst du die überhaupt? Das ist nämlich kein "Gelaber von Politikern", denn derartige Untersuchungen werden von den Fachabteilungen der Ministerien bearbeitet, wo Ingenieure, Raumplaner, BWLer, VWLer und andere Sachverständige beschäftigt sind und derartige Analysen mit standardisierten Tools bearbeiten. Sie beruht also auf Fakten! Im ersten Schritt einer Reaktivierungsbetrachtung muss man auch nicht die Strecke vor Ort begutachten, um ihr Potenzial zu evaluieren, da geht es um ganz andere Erhebungen wie Bevölkerungsdichte, mögliche Fahrzeiten, usw., um die Wirtschaftlichkeit einer solchen Maßnahme zu untersuchen. Ich habe mir das pdf der Untersuchungsergebnisse damals runtergeladen und kann auf dieser Basis gerne mit dir über jede einzelne Strecke diskutieren, wobei das Ergebnis ist (Achtung Spoiler!): die Strecken haben kein ausreichendes Fahrgastpotenzial für eine Reaktivierung. Museumsverkehr mag zwar nett, willkommen und eine Bereicherung sein, ist aber eben kein ausreichendes Indiz dafür, dass eine Strecke das ganze Jahr wirtschaftlich zu betreiben ist, von den notwendigen Investitionen in die Infrastruktur vorab mal ganz zu schweigen.

Auch wenn es jetzt dein Weltbild durcheinander bringen mag, Maßnahmen wie Streckenreaktivierungen laufen nun mal über politische Entscheidungen; u.a. auch deswegen sollte jeder Bürger von seinem Wahlrecht Gebrauch machen. Du kannst zu jedem Abgeordneten (= Volksvertreter, den du idealerweise vorher gewählt hast) in die Bürgersprechstunde gehen oder ihm schreiben und ihn überzeugen, sich für eine Streckenreaktivierung einzusetzen, um im besten Fall eine Untersuchung dazu in Auftrag geben zu lassen. Das ist zwar langwierig, aber so läuft es nun mal eben. Mal andersrum gefragt: Hast du denn z.B. am Bürgerbeteiligungsprozess zum VEP 2025 teilgenommen? Da wäre auch Gelegenheit gewesen, sich für Streckenreaktivierungen im Bremer Umland stark zu machen!
Bruder_M hat geschrieben:
Mi 5. Jun 2019, 10:49
Wenn ich schon morgens nach dem Aufstehen das Radio anmache und höre: Brexit, Trump, AKK, Nahles, treibt es mir das Erbrochene in die Mundhöhle...
Alles sicher unerfreuliche Themen, aber was hat das mit dem Forum zu tun? Oder mit meinem Posting?

Hansa-Tw
Vielflieger
Beiträge: 52
Registriert: Fr 10. Aug 2018, 23:41

Re: Stillgelegte Bahnstrecken im Bremer Umland

Ungelesener Beitrag von Hansa-Tw » Mi 12. Jun 2019, 22:29

TaV hat geschrieben:
Mi 5. Jun 2019, 19:55
Ich hoffe, es ist nicht off topic:
gehört die Strecke Vegesack-Farge zu den stillgelegten und später reaktivierten?
Oder fuhren dort immer die "Kohlezüge" (so heißen sie bei mir, gibt bestimmt einen Fachbegriff...), und die Strecke war nie komplett stillgelegt
Kennst du Google? :idea: https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrec ... n-Vegesack und https://de.wikipedia.org/wiki/Farge-Veg ... _Eisenbahn

Antworten