Schienenanbindung Universität: Linie 8 und S-Bahn

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gypsruepelli
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Schienenanbindung Universität: Linie 8 und S-Bahn

Ungelesener Beitrag von gypsruepelli » Mi 26. Sep 2018, 11:11

Hallo in die Runde,

Als Butenbremer, der über das Flughafenforum hier hinein gerutscht ist, hätte ich mal zwei Fragen an die Experten hier im Forum: Wie ist es eigentlich um Planungen für bessere Schienenanbindungen der Uni bestellt? ich bin selbst zu Studentenzeiten täglich mit der Linie 6 oder dem Schnellbus Richtung Zeven zur Uni gefahren. Die deutlich schnellere Anbindung an die Uni als die Linie 6 würde ja eine Verlängerung der Linie 8 von der Kulenkampffallee bieten. Gibt es Planungen, so etwas umzusetzen?

Eine weitere Frage, die sich mir stellt, ist die Frage nach einem S-Bahnhof an der Uni. Ich weiß, dass man zwei Varianten diskutiert hat - eine mit einem Haltepunkt an der Straßenbahnunterführung und eine im Bereich des Gebäudes NW1, die nicht so optimal mit der Linie 6 verknüpft wäre. Wie sieht es mit den Planungen hier aus??
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internaut
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Re: Schienenanbindung Universität: Linie 8 und S-Bahn

Ungelesener Beitrag von internaut » Do 27. Sep 2018, 17:04

Es gab im alten Forum da einige Beitragsbäume zu. Was ist eigentlich aus dem Backup geworden? Wäre ja schade, wenn sich das nicht noch irgendwo "ablegen" ließe, damit wir darauf verweisen können.
Die 8 wäre sicher nicht deutlich schneller. Bei Leitung über die Parkallee wäre sie eher eine Minute langsamer. Würde man direkt durch die Kleingärten verlängern, wäre man wohl 1 Minute schneller (natürlich nur, wenn man den Häuserblock an der KKA umfährt oder abreißt...). Ich denke aber, dass das noch mindestens 10 Jahre dauern wird, bis da was passiert. Zuerst hat die Regierung die Galopprennbahn im Visier. Da traut man sich noch nicht an die Schwachhausener Kleingärten... Und bis da nix entschieden ist, wird man auch keine vollendeten Tatsachen durch den Bau eines Haltepunktes machen.

IFranssen
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Re: Schienenanbindung Universität: Linie 8 und S-Bahn

Ungelesener Beitrag von IFranssen » Fr 28. Sep 2018, 21:11

Meines Wissens ist dazu noch nichts entschieden. M.E. macht es Sinn, den Haltepunkt der S-Bahn (bzw. Metronom) als Kreuzungshalt mit der verlängerten Linie 8 vorzusehen. An der Parkallee geht es nicht oder nur mit erheblichen Aufwand. Bei der Lage in den Kleingärten etwa da wo die Verlängerung der Otto-Hahn-Allee die Bahnstrecke nach Hamburg kreuzt ist das leichter. Diskutiert wird auch ein S-Bahn-Halt näher an der Achterstr., was allerdings dazu führen würde, dass Studiernde und andere Universitätsangehörige, die mit der S-Bahn bzw. Metronom ankommen, die auf die in Spitzenzeiten soundso sehr gut gefüllte Straßenbahn Linie 6 umsteigen würden.

Hansa-Tw
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Re: Schienenanbindung Universität: Linie 8 und S-Bahn

Ungelesener Beitrag von Hansa-Tw » Mo 1. Okt 2018, 13:51

Es gibt eine interessante Bachelor-Arbeit, die die möglichen Varianten der Verlängerung der Linie 8 behandelt und letztlich die Strecke über Park- und Universitätsallee als sinnvollste ermittelt. Damit kommt neben den Standorten Achterstraße und Otto-Hahn-Allee ein dritter an der Parkallee/ Munte für einen potenziellen S-Bahn-Halt in Frage. Man wird überlegen müssen, wie man sich den Haltepunkt im Detail und Zusammenspiel mit der Streckenkapazität vorstellt: ob zweigleisig mit Außen- bzw. Mittelbahnsteig, ob mit drittem Durchgangsgleis für Überholungen oder mit Stumpfgleis für einsetzende und endende Verstärker in der HVZ, die umsteigefreie Direktverbindungen Richtung Verden oder Twistringen und mit Kopfmachen im Hauptbahnhof auch Richtung Vegesack/Farge und Bremerhaven ermöglichen. Mit einer Realisierung dürfte nicht vor Mitte der 2020er Jahre zu rechnen sein, zumal der Ausgang der Bürgerschaftswahlen im nächsten Jahr auch Konsequenzen für den Verkehrsentwicklungsplan 2025 oder eine Neuausrichtung der Verkehrspolitik haben könnte.

gypsruepelli
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Re: Schienenanbindung Universität: Linie 8 und S-Bahn

Ungelesener Beitrag von gypsruepelli » Di 19. Feb 2019, 10:59

Ich wärme diesen Thread nochmal auf, weil ich jetzt erst das letzte Posting gesehen habe. Die Trassenführung über die Parkallee hatte ich nicht auf dem Schirm gehabt, sondern immer nur über die "direkte" Führung durch das Kleingartengebiet "gesehen".

Die Idee der Verstärkerzüge in Richtung Universität ist sicherlich gut, dazu aber noch eine Ergänzung. Ich weiß nicht, ob das planerisch möglich ist, aber vielleicht wäre es besser, in der HVZ Verstärkerzüge nicht an der Uni enden zu lassen, sondern sie z.B. auf Relationen wie Verden-Ottersberg fahren zu lassen, weil man dann von zwei Seiten gleichzeitig Personen zur Uni schaufeln könnte. Und noch eine Idee: Auf dem Weg nach Vegesack wäre ein Kopfmachen am Hbf gar nicht nötig. Es gibt eine (eingleisige, aber elektrifizierte) Verbindungsbahn zwischen der Hamburger und der Bremerhaven/Vegesacker Strecke unter Umgehung des Hauptbahnhof, die man glaube ich durch den Waller Rangierbahnhof führen müsste, dann aber ab Oslebshausen ein Anbindung ohne Fahrtrichtungswechsel ermöglichen würde. Da wäre morgens zur Rush hour eine S-Bahn z.B. von Vegesack nach Oberneuland eine gute Idee, die dann eben an der Uni ihren Hauptfahrgastwechsel hätte.
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internaut
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Re: Schienenanbindung Universität: S-Bahn

Ungelesener Beitrag von internaut » Di 19. Feb 2019, 11:38

Ich kann mir eigentlich gar nicht vorstellen, dass irgendwelche HVZ-Verstärker vom HBF oder irgendwo kommend an der Uni enden würden. Einen Gleiswechsel dort kann ich mir nicht vorstellen, nicht bei der Zweigleisigkeit. Maximal baut die DB da zwei Bahnsteige und eine Unterführung für die 8 hin und das wars. Wenn dort mehr als Halbstundentakt (Metronom regional plus Regio-S-Bahn Bremen-Rotenburg) fahren soll, dann vielleicht irgendwelche Einsetzfahrzeuge, die nach Rotenburg gebracht werden, weil man dort keine Regio-S-Bahnen abstellen will (also für die Strecken nach Verden und Rotenburg - aber selbst das könnte man wahrscheinlich sogar durch Verknüpfung der beiden Linienäste hinbekommen)

gypsruepelli
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Re: Schienenanbindung Universität: Linie 8 und S-Bahn

Ungelesener Beitrag von gypsruepelli » Di 19. Feb 2019, 20:51

Die verlinkte Bachelorarbeit liest sich interessant - ganz besonders spannend klingt die Perspektive einer langfristigen Erweiterung der Linie 8 in Richtung Lilienthal, was ja schon fast die abgegengenen Jan-Reiners-Bahn wieder zum Leben erwecken würde.

Mir fiel dabei ein, dass ich irgendwann auch einmal von der Idee eines Straßenbahngleises durch die Vorstraße gelesen habe, das die Linien 4 und 6 miteinander verbinden könnte. Weiß darüber jemand näheres?
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Re: Schienenanbindung Universität: Linie 8 und S-Bahn

Ungelesener Beitrag von Hansa-Tw » Mi 20. Feb 2019, 00:31

@ gypsruepelli 1: Die Verlängerung von Verstärkerzügen der S-Bahn über Uni/Technologiepark hinaus bringt ab Sagehorn trotz der Dreigleisigkeit Kapazitätsprobleme - da müsste man im Detail die verfügbaren Tassen prüfen. Der HVZ-Hauptstrom zur Uni kommt sicher aus der Stadt, deswegen hätte ich die Verstärker hier enden lassen, um nebenbei auch möglichst wenig Fahrzeuge und Personale für diese Verstärkerfahrten zu binden. Wie internaut richtig sagt, stehen bald aus Richtung Rotenburg zwei Fahrtmöglichkeiten pro Stunde zur Verfügung; zudem könnte man zur HVZ den MEx an der Uni halten lassen - das dürfte dem auswärtigen Bedarf in Richtung Uni/Technologiepark genügen.

Die Güterkurve gibt es, aber sie ist eingleisig und damit per se schon ein Nadelöhr, zumal dort auch oft Güterzüge warten, um sich Richtung Hamburg einzufädeln. Abgesehen davon, dass ich nicht weiß, ob es so ohne weiteres erlaubt ist, einen besetzten Personenzug durch den Rangierbahnhof fahren zu lassen, könnte das im Güterbereich zu Behinderungen führen und die dortige geringe Höchstgeschwindigkeit ist wenig attraktiv. Ich würde in jedem Fall trotzdem das Kopfmachen am Hbf. bevorzugen, weil das einfach der zentrale Umsteigepunkt ist; ihn und den Bahnhof Walle auszulassen, würde erhebliche Fahrgastpotenziale abschneiden.

@ internaut: Klar ist das erst mal nur ein Gedankenspiel, aber ich versuche weiterzudenken (Stichwort Ausbau der Uni mit neuen Fakultäten oder Instituten) - etwas, was in der Bremer Verkehrspolitik jahre- wenn nicht jahrzehntelang vergessen wurde (Stichwort Freihaltetrassen). Übrigens braucht es nicht unbedingt einen Gleiswechsel, wenn das Stumpfgleis mittig (z.B. in Verlängerung eines Mittelbahnsteigs) zwischen den aufgeweiteten durchgehenden Streckengleisen liegt (diese Konstellation ist bei der Hamburger S- und U-Bahn weit verbreitet). Je nach endgültigem Standort des Haltepunkts sind dafür natürlich größere Eingriffe ins Umfeld nötig, aber die Verlängerung der Linie 8 gibt's auch nicht umsonst.

Ich will damit auch gar nicht gegen die Verlängerung der Linie 8 reden, die ohnehin wegen der besseren Erschließungswirkung gegenüber der S-Bahn im Vorteil ist, denn ein S-Bahn-Halt erschließt eben eher den Technologiepark als die Uni. Wenn man davon ausgeht, dass sich mit Verlängerung der 8 zur Uni (auf welcher Route auch immer) die aktuellen Fahrgastzahlen einigermaßen gleichmäßig auf die 6 und 8 verteilen, dürfte schon viel gewonnen sein, denn die 8 soll dann wieder im gewohnten 10-Minuten-Takt fahren. So war es jedenfalls im Verkehrsentwicklungsplan vorgesehen ...

Aber sein wir ehrlich, was ist denn seit dessen Verabschiedung passiert? Eigentlich längst beschlossene Projekte wie der S-Bahn-Halt Föhrenstraße oder Verlängerungen wie die 1 und 8 in Huchting bzw. Leeste liegen auf Eis, für die Querspange Ost gibt es auch vier Jahre nach Projektbeginn noch keinen Planfestellungsbeschluss und die potenziellen Verlängerungen der 8 zur Uni bzw. der 10 über die Osterholzer Heerstraße zum Weserpark/Bahnhof Mahndorf werden von Studenten im Rahmen ihrer Bachelorarbeiten voruntersucht. Und als Krönung hat Herr Sieling Ende letzten Jahres durchblicken lassen, dass er die Verkehrsproblematik noch einmal ganz neu aufrollen möchte - also alles zurück auf Anfang, es sind ja bald Bürgerschaftswahlen ...

@ gypsruepelli 2: Es gibt seitens der BSAG den Wunsch einer Verbindungsspange zwischen den Linien 6 und 4, um insbesondere die 4S schneller zu machen, aber ich kenne nur die Variante Riensberg - ehemalige Abstellgleise - nördlich der Hornstückensiedlung - Achterstraße - Riensberger Straße - Leher Heerstraße (also südlich der Hamburger Eisenbahn), aber die Strecke ist kniffelig, weil sie zwischen Riensberger Straße und Horner Kirche mehrere Privatgrundstücke tangiert und vermutlich die Kleine Wümme kostspielig überdeckelt werden muss. Konkrete Trassenvarianten sind meines Wissens nach bislang nicht öffentlich geworden. Eine Route über die Vorstaße kann ich mir nicht vorstellen, weil die Straße ziemlich eng ist; auch auf der Uniseite gibt es an den möglichen Anschlussstraßen Anne-Conway-Straße oder Kremser Straße keine Vorkehrungen für eine Straßenbahntrasse, was nach aktueller Gesetzeslage mangels einer eigenen Straßenbahntrasse jegliche Förderung ausschließt.

Insofern ist die in der Bachelorarbeit angerissene Verlängerung der Linie 8 über Gewerbegebiet Haferwende zum Lehesterdeich eine interessante Option oder vielleicht sogar Variante zur Horner Spange. Größter planerischer Vorteil dürfte sein, dass die Uni dann auch von Norden (Borgfeld, Lilienthal, ...) erreichbar wäre und damit den bisherigen Vorteil einer Direktanbindung der Uni durch die Regionalbusse aussticht und diese endgültig obsolet machen könnte. Nachteil sind die absehbar hohen Kosten für die Querung der A27 und das Naturschutzgebiet "Westliches Hollerland" nördlich der Autobahn.

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Re: Schienenanbindung Universität: Linie 8 und S-Bahn

Ungelesener Beitrag von gypsruepelli » Mi 20. Feb 2019, 08:53

Hallo,

Ich habe hier einen sehr ähnlichen Vorschlag gefunden: https://extern.linieplus.de/proposal/br ... pange-2-0/ der mir aber ehrlich gesagt etwas aufwändiger vorkommt. Die Website enthält noch ein paar andere interessante Vorschläge für die Entwicklung der Bremer Straßenbahn.
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Re: Schienenanbindung Universität: Linie 8 und S-Bahn

Ungelesener Beitrag von internaut » Mi 20. Feb 2019, 09:31

So eine Verlängerung durchs Blockland wird doch nie kommen. Zwischen Lehe/Borgfeld und Uni fährt alle 30 Minuten der 31 Bus und der ist nie überfüllt. Im Regiobus ist auch nicht so viel Quell-/Zielverkehr zwischen diesen Ortsteilen und der Uni, dass man da für Zig-Millionen eine Neubautrasse von 5 km inkl. Autobahnbrücke/Zubringerbrücke/Naturschutzgebiet!!! baut. Die 4S wird doch eh eingestellt, wenn die neuen Bahnen da sind und in der HVZ der 7,5 oder 6-Minutentakt auf der 4 ausreicht.

Eine Straßenbahnverbindung zwischen Uni und Horn-Lehe wäre aber durchaus gerechtfertigt - man schaue sich nur die 21 und 31 zwischen Horn und Uni an. Offensichtlich ist der Bau einer neuen Unterführung für die Achterstraße ja vom Tisch. Daher denke ich, dass eine Spange nördlich entlang der Bahnlinie noch die sinnvollste Strecke wäre (Verlängerung Linie 8 Kulenkampffallee - Bahnhof Uni - Uni Süd - Berufsbildungswerk - Helmer und dann via Herzogenkamp an die Heerstraße Richtung Vorstraße und dann Linienende an der Horner Mühle oder Borgfeld als innerbremische Verdichtung der 4. Herzogenkamp ist breit genug, zur Not kann man den Bahndamm mit Betonwänden schmälern, die Vegetation ist ja schon entfernt.

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Re: Schienenanbindung Universität: Linie 8 und S-Bahn

Ungelesener Beitrag von Tomas » Mi 20. Feb 2019, 17:07

Einen besetzten Reisezug durch einen Rangierbahnhof zu lenken ist, problemlos möglich. Wird hier in Seelze regelmäßig gemacht, wenn die P-Bahn gesperrt ist.
Der Knackpunkt ist die schon angesprochene Eingleisigkeit der Verbindungsstrecke aus Richtung Hamburg zum ehemaligen Rangierbahnhof.
Der Güterzugverkehr ist schon jetzt stark beeinträchtigt und wartet (bei Störungen) zum Teil über eine Stunde, bis ein Einfädeln (in beide Richtungen) möglich ist.

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Re: Schienenanbindung Universität: Linie 8 und S-Bahn

Ungelesener Beitrag von gypsruepelli » Mi 20. Feb 2019, 17:09

Ich bin selbst schon mal mit einem Personenzug durch den Güterbahnhof gefahren. Das muss 2006/2007 gewesen sein, da war dieStammstrecke wegen Bauarbeiten mal zu und da ging es tatsächlich durch den Güterbahnhof - allerdings mit sehr reduzierter geschwindigkeit. Halt in Walle war dann übrigens am alten Bahnsteig.
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Re: Schienenanbindung Universität: Linie 8 und S-Bahn

Ungelesener Beitrag von Hansa-Tw » Mi 20. Feb 2019, 22:59

@ gypsruepelli: Ich muss zugeben, dass ich etwas skeptisch gegenüber der verlinkten Seite bin, weil ich oft das Gefühl habe, dass da naive Menschen einfach nur in Karten rummalen. Oft zeigt schon der vergleichende Blick in Luftbildaufnahmen, dass dann eben doch irgendwelche Gebäude im Weg stehen o.ä. Mir fehlt da oft der gesamtheitliche Blick auf ein Projekt: Essentielle Rahmenbedingungen wie Fahrgastzahlen bzw. potenziale, Kurvenradien, Erschließungswirkungen, Infrastrukturkosten, Verwaltungs-, Gesetzes- und Fördervorgaben werden oft völlig außer Acht gelassen.

Im konkreten Fall würde ich für die nördliche Verlängerung versuchen, tatsächlich die von dir bereits erwähnte Trasse der ehemaligen Kleinbahn zu nutzen, um mehr Fahrgastpotenziale zu erschließen, z.B. Klagenfurter Straße, Hochschulring (Haltestelle Linzer Straße), Spittaler Straße (Haltestelle Universität Ost/Horner Bad), Linksschwenk auf die Kleinbahn - Autobahnquerung - westliche Umrundung des Gewerbegebiets Haferwende - Schwenk auf die südliche Seite des Autobahnzubringers Horn-Lehe parallel zum Radweg (Haltestelle möglichst mittig des Gewerbegebiets) - Einfädelung auf Bestandsstrecke (sinnvollerweise mit zusätzlicher Haltestelle westlich der Kreuzung oder Haltestellenverlegung Kopernikusstraße nördlich der Kreuzung). Mit dieser Variante tangiert man nicht das NSG, erschließt neue Teile der Uni bzw. der zukünftigen Bebauung, das Studentenwerk mit den Wohnheimen, die Sportanlagen, das Horner Bad, das Horner Gymnasium sowie dessen Wohnumfeld und das Gewerbegebiet Haferwende. Neben der Autobahnquerung bleibt die größte Herausforderung die konkrete Trassenfindung westlich des Gewerbegebiets, die eine Umgestaltung des dortigen Biotops erfordert. Fahrplanseitig sollte man prüfen, ob im Bereich der Kleinbahntrasse parallel zum Wanderweg eine abschnittsweise eingleisige Strecke reicht, um den Baumbestand zu schonen und Infrastrukturkosten zu dämpfen.

@ internaut: Wir sind uns sicher einig, dass diese denkbare Streckenverlängerung nicht ganz oben auf der Prioritätenliste steht und der Kosten-Nutzen-Faktor unter akutellen Förderbedingungen ungewiss ist, aber wenn es wirklich eine nachhaltige Mobilitätswende geben soll, können sich die Rahmenbedingungen durchaus ändern. Und genau deshalb sollte man in die Zukunft denken und sich Optionen (und Freihaltetrassen) offen halten. Wenn du nur die Fahrgastzahlen zwischen Borgfeld und Uni betrachtest und die geringe Auslastung der 31 anführst, denkst du meiner Meinung nach zu kurz. Zum einen sind Verkehre zwischen benachbarten Stadtteilen grundsätzlich nicht so groß, weil viele für solche Distanzen das Fahrrad nehmen, und zum anderen liegt das Potenzial dieses Abschnitt wortwörtlich auf der Straße, nämlich bei den Menschen, die von der Uni/dem Technologiepark bis nach Falkenberg und vielleicht sogar weiter darüber hinaus noch Auto fahren, weil ein Bus im Halbstundentakt oder seltener für sie keine ausreichend attraktive Alternative zum Auto darstellt. Außerdem kann sich diese Spange auch positiv auf die restlichen Streckenabschnitte, teilweise sogar ins gesamte Netz auswirken, denn Hauptsache ist doch, es steigen mehr Menschen auf den ÖPNV um!

Gibt es für deine These, dass die Linie 4S abgeschafft wird und stattdessen zusätzliche reguläre Kurse eingelegt werden, eine offizielle Quelle? Die BSAG scheint doch trotz der komplizierten Fahrplankonstruktion mit beim Fahrgast unbeliebten Stolpertakten und der Endlosdiskussion darüber, welche Haltestellen nun ausgelassen werden, sehr an der Schnelllinie zu hängen, weil sie nur so die Bahn bis zum Hbf. einigermaßen konkurrenzfähig zum Regiobus macht und weiter Richtung City sogar die umsteigefreie Verbindung mit Zeit- und Bequemlichkeitsvorteil gegenüber der Umsteigeverbindung ist. Deswegen wird doch überhaupt nur über die Horner Spange nachgedacht: um die Bahn noch mal drei bis vier Minuten schneller zu machen und damit noch attraktiver für Fahrgäste mit längeren Fahrwegen aus den Außenbezirken. Dahinter dürfte der Versuch stehen, die Überlandbusse mittel- oder langfristig doch noch aus der Stadt zu kriegen und somit das ursprüngliche Fahrplankonzept umzusetzen. Ich glaube auch nicht, dass bei den bestellten 77 Bahnen zusätzliche Wagen auf der 4 eingeplant sind, schon gar nicht angesichts des Mehrbedarfs für die "neue" Linie 5 und den bereits beschlossenen Streckenverlängerungen; bleibt zu hoffen, dass man noch die Option über sieben weitere Bahnen zieht, wenn man denn mit den Avenios glücklich wird.

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Re: Schienenanbindung Universität: Linie 8 und S-Bahn

Ungelesener Beitrag von Linie 4 » Do 21. Feb 2019, 16:12

@hansa-tw: Bezüglich der Linien 31/630/670. Die Schnellbuslinien 630/670 verkehren zu den Stoßzeiten ungefähr alle 20-40 Minuten und werden hauptsächlich von Niedersachsen und Borgfeldern genutzt. Die Linie 31 verkehrt im besagten 30-Minutentakt und wird meiner Ansicht nach, hauptsächlich von Menschen im Bereich Leher Feld genutzt.
Eine höhere Taktfrequenz, in den Stoßzeiten, der 31 würde sicherlich das Personenspektrum vergrößern. Gerade im Bereich Borgfeld-Ost und Am Lehester Deich.
Andererseits wird im Laufe des Jahres die 670 zu einer "landesbedeutsamen Buslinie", was die Attraktivität dieser Linie auch leicht steigen lässt. 2020 kommt die 630 dazu, somit würde dann alle 15 Minuten ein Bus über die Uni fahren.
Mittelfristig muss zur Linie 31 eine Alternative her. Mir schwirrt da eine Verlängerung der Linie 28 von der Uni bis zum Leher Feld oder Borgfeld-Ost durch den Kopf. Damit gäbe es dann auch eine östliche Verbindung zur Überseestadt.

Die Aussage von @internaut kann ich bestätigen. Auf einer Beiratsitzung im letzten Jahr, hat der damalige BSAG-Verkehrsplaner Martin Nussbaum auf ein Ende der 4S hingedeutet. Durch die größeren Fahrzeuge könnte die Schnellbahn nicht mehr erforderlich sein. Mit dieser Aussage befinden wir uns aber bereits im Jahr 2022. Auch macht die Aussage klar, dass die Horner Spange noch einige Jahre entfernt sein dürfte.
Desweiteren ist Angebots-technisch ein grundlegender 6-Minutentakt sinnvoller, als ein Wechsel zwischen alle fünf und 10-Minuten.
Aber bis dahin ist es noch lange hin...

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Re: Schienenanbindung Universität: Linie 8 und S-Bahn

Ungelesener Beitrag von Tw3120 » Do 21. Feb 2019, 21:50

Eine Anbindung der Universität durch eine Verlängerung der Linie 8 ist eine gute Idee, am besten wäre vielleicht sogar eine Führung über die Parkallee und am Universum vorbei zur Universität. Dann könnte evtl. die Linie 22 auf diesem Abschnitt entfallen. Das Reststück zur jetzigen Endstation Universität könnte evtl. die 28 übernehmen.

Selbst eine Führung durch die Kleingärten ist überlegenswert, wenn tatsächlich ein Haltepunkt "Universität" für die Eisenbahn gebaut werden sollte.

Bei entsprechendem Fahrplan und einem 10-Minuten-Takt auf den Linien 6 und 8 wäre alle fünf Minuten eine Fahrt auf der Strecke Hauptbahnhof-Universität möglich.

@Linie4: Die Linie 4 fährt doch heute bereits in der Hauptverkehrszeit im Fünf-Minuten-Takt. Nur durch die Linie 4S kommt es auf der Strecke Kirchbachstraße - Borgfeld zum "Hinketakt". Ein Ersatz der 4S durch eine "normale" 4 hätte den Vorteil, dass diese Strecke in der HVZ einen echten Fünf-Minuten-Takt an allen Haltestellen erhalten würde.

Ein 5+5+10-Minuten-Takt gibt es heute "nur" in der Zeit von etwa 13 bis 15 Uhr auf dem Abschnitt Borgfeld-Arsten, hier wäre ein 7+7+6-Minuten-Takt oder gar ein 6-Minuten-Takt besser, um die häufigen extremen Überfüllungen nach einem 10-Minuten-Loch zu vermeiden.

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