Querspange Ost: Erneute Offenlegung der Planunterlagen

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Bremer89
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Re: Querspange Ost: Erneute Offenlegung der Planunterlagen

Ungelesener Beitrag von Bremer89 » Do 13. Sep 2018, 12:41

Hansa-Tw hat geschrieben:
Mo 10. Sep 2018, 09:13

"Erhebliche Verschlechterung" finde ich etwas übertrieben; besser trifft es "nachfrageorientierte Anpassung". Betrachten wir mal Fahrgastzahlen und Fahrgastpotenzial auf den Streckenästen Sebaldsbrück und Vahr [Zahlen aus VEP 2025, Seiten 59 und 93]:

- Sebaldsbrück bis Bennigsenstraße, heute: 8.300-11.000 Fahrgäste/Tag; prognostiziert 2025: 8.400 Fahrgäste/Tag
- Kurt-Huber-Straße bis Julius-Brecht-Allee, heute: 11.000-15.400 Fahrgäste/Tag, prognostiziert 2025: 15.900-20.300 Fahrgäste/Tag

Der Vergleich zeigt deutlich, dass eine zweite Linie Richtung Vahr sicher nötiger ist als zwei Linien nach Sebaldsbrück; ein 10 Minuten-Takt nach Sebaldsbrück bedeutet auch nicht das Ende der Zivilisation, sondern ist in weiten (auch bevölkerungsstärkeren!) Teilen der Stadt Standart.

Es gab vor dem Hemelinger Beirat eine BSAG-Präsentation, in der vorgerechnet wurde, dass die Kapazität der 10 allein auch in den Spitzenzeiten ausreicht - was allerdings nicht bedeutet, dass jeder Fahrgast dann auch einen Sitzplatz hat. Einen Umstieg von der 10 in die 2 oder 3 halte ich inbesondere an den Haltestellen Brunnenstraße oder Sielwall sowohl hinsichtlich Komfort wie auch Zeitverlust für unproblematisch. Zusätzlich sollen die 33/34 oder die 37 von Sebaldsbrück zum Weserwehr durchgebunden werden, so dass diese Innenstadtanbindung weiterhin gewährleistet ist, auch wenn dieser betriebswirtschaftlich unsinnige Parallelverkehr sicher nur eine Zwischenlösung sein sollte. Spätestens mit der Verlängerung Sebaldsbrück - Osterholzer Heerstraße - Weserpark werden die Fahrgastzahlen Richtung Sebaldsbrück/Osterholz steigen, so dass die Spange Malerstraße nötig wird, um mit der 3 wieder eine zweite Linie auf dieser Strecke zu haben.

Vermutlich werden sich die Fahrgastströme durch die S-Bahn-Halte Föhrenstraße nochmals verändern. Wenn die Hemelinger Busse dann bis hierhin zurückgezogen werden sollen, braucht man ebenfalls die Spange Malerstraße; auch für den Stadionverkehr wäre sie sinnvoll, weil die Fußballfans, die mit der Regio-S-Bahn aus Osten und Südosten anreisen, dann von hier direkt mit der 3 zum Weserstadion kämen, was den Hauptbahnhof erheblich entlasten würde.
50% der Strableistungen fallen weg. 50% sind eine erhebliche Verschlechterung! Nachfrageorientiert klingt ja immer super, aber wir alle wissen dass das ANgebot die Nachrage bestimmt und entsprechend die Zahlen auf dem Ast nach Seb im Zweifel eher rückläufig entwickeln als konstant bleiben.
Mir sind die ganzen Zahlenspielereien auch durchaus bekannt, nur finde ich es nicht richtig zwei Äste gegeneinander auszuspielen.
Problem zum Wegfall der 10 bleibt einfach die verlorene Cityanbindung (STrabhaltestellen ohne Cityanbindungen sind eher untypisch für unser Netz) und eine verlängerte 33/34 oder 37 haben für die Haltestellen von SEB bis Malerstr. dann kaum einen Mehrwert m.M.n.
Sicher werden sich die Ströme mit Eröffnung der S-Bahn-Station Föhrenstraße ändern, jedoch hoffe ich dass bis dahin dann auch die Spange Malerstr. verwirklicht wurde und wieder zwei Linien Richtung SEB bzw noch weiter fahren. (Man könnte auch trotz der Spange Steubenstr. zwei Linien Richtung SEB schicken, aber eine weitere Linie ist leider finanziell wohl nicht drin. Sonst wäre sie ja schon in den Szenarien berücksichtigt....)
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WUMAG121
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Re: Querspange Ost: Erneute Offenlegung der Planunterlagen

Ungelesener Beitrag von WUMAG121 » Fr 14. Sep 2018, 21:04

Ich kann dem als dann Betroffener nur zustimmen. Für den Bereich Hastedt, Sebaldsbrück würde der Wegfall einer Linie nach Sebaldsbrück eine erhebliche Verschlechterung mit sich bringen, zumal die Bahnen ja auch nicht unbedingt nur heiße Luft durch die Gegend fahren. Auch ein Umsteigezwang um die Innenstadt oder den Hbf zu erreichen, wird Fahrgäste kosten.

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Linie 8
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Re: Querspange Ost: Erneute Offenlegung der Planunterlagen

Ungelesener Beitrag von Linie 8 » Sa 15. Sep 2018, 00:53

"als betroffener" Da haben wir es doch schon wieder.
Die Leute gucken nur auf ihre persönlichen Vor- bzw. Nachteile aber nicht mehr auf den volkswirtschaftlichen Nutzen.
Die BSAG fährt durch zwei Linien sehr wohl "heiße Luft" außerhalb des morgendlichen Berufsverkehrs auf diesem Ast. Die Fahrgastzahlen belegen das auch. Im Endeffekt fahren nur deshalb zwei Linien nach Sebaldsbrück, weil zwei Linien zum Weserwehr noch unwirtschaftlicher wären und die Bahn nun mal nicht auf halber Strecke kehrt machen kann.

Bahnbusschnueffler
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Re: Querspange Ost: Erneute Offenlegung der Planunterlagen

Ungelesener Beitrag von Bahnbusschnueffler » Sa 15. Sep 2018, 08:58

Linie 8 hat geschrieben:
Sa 15. Sep 2018, 00:53
"als betroffener" Da haben wir es doch schon wieder.
Die Leute gucken nur auf ihre persönlichen Vor- bzw. Nachteile aber nicht mehr auf den volkswirtschaftlichen Nutzen.
Die BSAG fährt durch zwei Linien sehr wohl "heiße Luft" außerhalb des morgendlichen Berufsverkehrs auf diesem Ast. Die Fahrgastzahlen belegen das auch. Im Endeffekt fahren nur deshalb zwei Linien nach Sebaldsbrück, weil zwei Linien zum Weserwehr noch unwirtschaftlicher wären und die Bahn nun mal nicht auf halber Strecke kehrt machen kann.
Hallo Linie 8,

Fahrgastzahlen? Kannst du uns da einen Ein- und Aussteigerteppich je Haltestelle zeigen, eine Tabelle wie viele Leute zwischen den Haltestellen in welcher Fahrt in welchem Fahrzeug waren? :ugeek: Wenn ja gerne dazu schreiben, woher... :idea:
Abgesehen davon könnte man die Linie 10 jederzeit, wie früher, oder ggf. die 2, bis Georg-Bitter-Straße einkürzen (ab St.-Jürgen-Straße über Weserstadion zur Georg-Bitter-Straße und weiter über Am Hulsberg und St.-Jürgen-Straße zurück in die Stadt), hat aber bisher keiner für nötig gehalten.

Außerdem sagen gezählte Fahrgastzahlen lediglich etwas über die Vergangenheit. Dies vergessen Verkehrsplaner auch ganz häufig, daß diese Werte keine Prognose sind. Immerhin wollen wir die Zukunft nachhaltiger gestalten und die Verkehrswende herbeiführen - diese funktioniert aber nur mit einem attraktiven Angebot. Hier in Bremen wird aber eine Angebotskürzung von der Politik gewollt oder zumindest provoziert.

Aufrichtige Grüße
Bahnbusschnueffler

-> ehemals Fahrdrahtschnüffler, jedoch dürfen hier im Forum nur Nutzer mit max. 13 Zeichen langen Namen ohne ä, ü, ö etc. teilhaben, sodass ich mir einen neuen schnüffligen Namen suchen musste. Wo ist die Schlichtungsstelle für digitale Diskriminierung anonymisierter Gesellschaften? Hauptsache emanzipierte Namen funktionieren hier...

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Arne Schmidt
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Re: Querspange Ost: Erneute Offenlegung der Planunterlagen

Ungelesener Beitrag von Arne Schmidt » Sa 15. Sep 2018, 17:50

Wie die Situation bis zur Föhrenstr. aussieht, weiss ich nicht. Ich fahre allerdings täglich mit dem Pkw zwischen Hemelinger Tunnel und Semmelweisstr. parallel zur Strassenbahn. Und da sehe ich stets spärlich besetzte Bahnen zur HVZ herumfahren. Daher sehe ich kein Problem, eine der beiden Linien nach Vahr/ Osterholz abzuzweigen.
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Kramomat
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Re: Querspange Ost: Erneute Offenlegung der Planunterlagen

Ungelesener Beitrag von Kramomat » So 16. Sep 2018, 19:53

Ich denke auch, dass der Ast die Ausdünnung locker vertragen kann.
Momentan fahr ich dort nur Gelegentlich, früher öfter. Eine hohe Auslastung habe ich auf dem Ast jedoch nie wahrgenommen - das mag sich ändern, wenn mal die Durchbindung zum Weserpark/Mahndorf kommt - das ist im Augenblick aber noch ferne Zukunftmusik.
Und sicher könnte man den Ausbau nach Mahndorf dann auch mit dem Bau der Spange Malerstraße koppeln.

Ich hoffe sehr, dass die Planung nun durchgeht und es dann schnell vorangeht. Wünschenswert wäre das auch in Kombination mit dem Regio-S-Bahnhof Vahr/Steubenstraße aus dem VEP, zusammen mit der Straßenbahn kann dieser die umliegenden Gebiete schneller an den Rest der Stadt anbinden.
Erstmal ist das ASV mit den Planungen für den Haltepunkt an der Uni sowie Föhrenstraße warscheinlich schon genug beschäftigt...

Passive Weiche
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Re: Querspange Ost: Erneute Offenlegung der Planunterlagen

Ungelesener Beitrag von Passive Weiche » So 16. Sep 2018, 20:57

Kramomat hat geschrieben:
So 16. Sep 2018, 19:53
Erstmal ist das ASV mit den Planungen für den Haltepunkt an der Uni sowie Föhrenstraße warscheinlich schon genug beschäftigt...
Sind bei den Bahnhaltepunkten nicht eher die DB Netz AG und die DB Station&Service gefragt?

Tw3120
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Re: Querspange Ost: Erneute Offenlegung der Planunterlagen

Ungelesener Beitrag von Tw3120 » So 16. Sep 2018, 22:44

Eine zeitliche Kopplung der Malerstraßenspange mit einer Verlängerung der Straßenbahn von Sebaldsbrück zum Weserpark würde ich nicht vornehmen, da für die Malerstraßenspange die Vorplanungen schon laufen, während bei der Trasse zum Weserpark erst noch eine Voruntersuchung erfolgen muss. Meines Erachtens ließe sich die Malerstraßenspange zeitlich viel eher umsetzen als die Trasse zum Weserpark. Außerdem bräuchte man für eine Linie 2, die über das Weserwehr nach Sebaldsbrück fährt nicht mehr Fahrzeuge als heute. Bei der Trasse zum Weserpark wären neue Fahrzeuge fällig, auch wenn die Trasse am Anfang nur von einer Linie im 20-Minuten-Takt befahren wird.

Zur Auslastung der Linien 2 und 10 auf dem Sebaldsbrücker Ast kann ich nur feststellen, dass die Bahnen ab Bennigsenstraße auf mich auch nicht sehr voll wirken.

Im jetzigen Besiedlungszustand würde ich aber für die Trasse von Sebaldsbrück zum Weserpark am Anfang eine Linie im 20-Minuten-Takt für ausreichend halten. Somit lassen sich durch Verlängerungen sicherlich Fahrgastzuwächse erreichen, da das Busangebot dort heute eher grenzwertig oder gar nicht vorhanden ist. Man könnte auch diverse Buslinien dadurch verkürzen. Es wird aber nicht reichen um zwei Linien im 10-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit hoffnungslos überfüllt fahren zu lassen.

Auf die geplante S-Bahn-Station an der Föhrenstraße würde ich keine Wetten abschließen, da man nicht weiß, ob die nun in 10, 20, 50 Jahren oder vielleicht gar nicht realisiert wird.

Kramomat
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Re: Querspange Ost: Erneute Offenlegung der Planunterlagen

Ungelesener Beitrag von Kramomat » Mo 17. Sep 2018, 09:25

Passive Weiche hat geschrieben:
So 16. Sep 2018, 20:57
Sind bei den Bahnhaltepunkten nicht eher die DB Netz AG und die DB Station&Service gefragt?
In der Ausführung und auf der bahnseitigen Planung ja.
Zuvor muss jedoch die Stadt tätig werden und die Vorplanung erstellen und die gesamte Infrastruktur herum planen (Wege, (Fahrrad)-Stellplätze, ggf. Verlegung von Haltestellen, Anpassung der Straßen), mit den Beiräten besprechen und in die Deputation geben.
Was für ein immenser Aufwand dahinter steckt, kann man gut bei der Planung für die Föhrenstraße sehen, wobei dies mit der Kombination der Tunnelsanierung sicher auch ein Spezialfall ist.

Kramomat
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Re: Querspange Ost: Erneute Offenlegung der Planunterlagen

Ungelesener Beitrag von Kramomat » Mo 17. Sep 2018, 09:28

Tw3120 hat geschrieben:
So 16. Sep 2018, 22:44
Auf die geplante S-Bahn-Station an der Föhrenstraße würde ich keine Wetten abschließen, da man nicht weiß, ob die nun in 10, 20, 50 Jahren oder vielleicht gar nicht realisiert wird.
Inzwischen gibt es einen Zeitplan, 2020 wird mit den erforderlichen Umbauarbeiten des Tunnels begonnen, dafür hat der Senat die Bauarbeiten bei DB Netz gemeldet, dies muss 3 Jahre vor Baubeginn passieren, da es sich um eine Hauptverkehrsstrecke der Bahn handelt.

Mehr dazu in der Vorlage der Baudeputation vom 14.6.2018: https://www.bauumwelt.bremen.de/sixcms/ ... tunnel.pdf

Gnubbl
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Re: Fahrgastzahlen

Ungelesener Beitrag von Gnubbl » Di 18. Sep 2018, 18:10

Bahnbusschnueffler hat geschrieben:
Sa 15. Sep 2018, 08:58

Fahrgastzahlen? Kannst du uns da einen Ein- und Aussteigerteppich je Haltestelle zeigen, eine Tabelle wie viele Leute zwischen den Haltestellen in welcher Fahrt in welchem Fahrzeug waren? :ugeek: Wenn ja gerne dazu schreiben, woher...
Zum einen gibt es immer wieder Fahrgastzählungen, die dann nach den wissenschaftlichen Standards hochgerechnet werden und zum anderen gibt es 4 (?) GT8N mit eingebauten Zählgeräten in den Türen...

Katzenbus
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Re: Querspange Ost: Erneute Offenlegung der Planunterlagen

Ungelesener Beitrag von Katzenbus » Di 25. Sep 2018, 15:29

Hallo im neune Forum,

ich befürchte, der Teufel steckt - wie ganz oft - im Detail:
Hansa-Tw hat geschrieben:
Mo 10. Sep 2018, 09:13
Betrachten wir mal Fahrgastzahlen und Fahrgastpotenzial auf den Streckenästen Sebaldsbrück und Vahr [Zahlen aus VEP 2025, Seiten 59 und 93]:

- Sebaldsbrück bis Bennigsenstraße, heute: 8.300-11.000 Fahrgäste/Tag; prognostiziert 2025: 8.400 Fahrgäste/Tag
- Kurt-Huber-Straße bis Julius-Brecht-Allee, heute: 11.000-15.400 Fahrgäste/Tag, prognostiziert 2025: 15.900-20.300 Fahrgäste/Tag
Die Prognose für das Jahr 2025 geht davon aus, dass die Linie 2 bereits in die Vahr fährt. Danach würden riesige Mengen Fahrgäste auf die Strecke von 1 und neuer 2 wechseln. Alle parallelen Strecke würden erheblich Fahrgäste verlieren:

- Die Li. 25 Steuberstraße - Schweizer Eck von 7900-7000 Fahrgästen am Tag im Jahr 2010/11 auf 2200-1300 Fahrgästen am Tag im Jahr 2025,
- Die Strecke Li 33,34,37,730,740 Sebaldsbrück - Osterholzer Heerstr. [- Schweizer Eck] von 6500-2200 (2010/11) auf 4700-800 (2025).
- Sogar die Li. 21 Bahnhof Sebaldsbrück - Polizeipräsidium würde Fahrgäste verlieren: von 2400-2200 auf 2100-1800 Fahrgästen am Tag.

- Die Voraussage von Verlusten für die Linie (2 und) 10 Bennigsenstraße - Sebaldsbrück von 18000-8300 Fahrgästen (2010/11) auf 7400-8400 Fahrgästen (2025) beruhen wohl auf der selben Annahme.

Wie "mutig" diese Berechnungen aber sind, zeigt vielleicht das Beispiel der Linie 25: Sie soll von 2010/11 bis 2025 fast 75% ihrer Fahrgäste verlieren! Wie glaubwürdig ist so eine Berechnung überhaupt? Schließlich sollen überall sonst in Bremen die Fahrgäste mehr werden. Das ist übrigens der Trend in ganz Deutschland und Europa.
Gnubbl hat geschrieben:
Di 18. Sep 2018, 18:10
Zum einen gibt es immer wieder Fahrgastzählungen, die dann nach den wissenschaftlichen Standards hochgerechnet werden und zum anderen gibt es 4 (?) GT8N mit eingebauten Zählgeräten in den Türen...
Man muss bedenken, die "Querspange Ost" ist ein Projekt, dass von vielen Verantwortlichen unbedingt gewollt wird: Die BSAG hofft darauf, sich die Betriebsstelle in Sebaldsbrück sparen zu können, wenn auch die Bahnen der 2/3/10 in der Vahr untergebracht werden können. Die Politik hofft auf eine billige Lösung des Verkehrsproblems in Vahr. Die Linie 2 in der Vahr bedeutet, mehr Fahrten in der Vahr ohne große Mehrkosten für zusätzliche Kurse.

Die Daten aus dem VEP 2025 können ja nach wissenschaftlichen Standards gesammelt worden sein. Bei der Interpretation ist aber viel Spielraum für politischen Einfluss. Auch eine Prognose ist nicht reine Mathematik. Sie braucht als Grundlage immer eine Vorstellung, wie sich die Zukunft entwickeln wird. Wenn eine Behörde wie das Straßenverkehrsamt eine Prognose herausgibt, ist es absolut möglich, dass darin die politiche Wunschvorstellung der obersten Behördenchefs steckt.

Mich macht es zumindest misstrauisch, dass durch den neuen Linienweg der 2 so viele anderen Strecken so derart hohe Verluste hinnehmen müssen, wenn insgeamt überall die Fahrgäste mehr werden.

Hansa-Tw hat geschrieben:
Mo 10. Sep 2018, 09:13
ein 10 Minuten-Takt nach Sebaldsbrück bedeutet auch nicht das Ende der Zivilisation, sondern ist in weiten (auch bevölkerungsstärkeren!) Teilen der Stadt Standart.
Die Linie 6 Theater am Leibnizplatz - Flughafen hat ähnliche Fahrgastzahlen wie die 2/10 Bennigsenstraße - Sebaldsbrück.

- Linie 6: 12800-1700 am Tag 2010/11, 11900-2700 am Tag 2025.
- Linie (2/)10: 18000-8300 am Tag 2010/11, 8400-7400 am Tag 2025.

Auf der Linie 6 ist der 5-/6-Min.-Takt selbstverständlich. In Sebaldsbrück soll auch der 10-Min.-Takt reichen?

Hansa-Tw hat geschrieben:
Mo 10. Sep 2018, 09:13
Zusätzlich sollen die 33/34 oder die 37 von Sebaldsbrück zum Weserwehr durchgebunden werden, so dass diese Innenstadtanbindung weiterhin gewährleistet ist
Und das ist der wichtigste Punkt für mich: Die Idee mit dem Parallelverkehr mit der 33,34,37 Sebaldsbrück - Weserwehr ist ein ganz heftiges Indiz dafür, dass auch die Planer im Grunde nicht glauben, dass die Linien 10 alleine den Verkehr in Sebaldsbrück bewältigen kann.


Bitte mich nicht falsch verstehen: Ich finde, die "Querspange" ist eigentlich eine gute Idee. Ich glaube aber, um die Förderung vom Bund zu bekommen, muss unbedingt ein regelmäßger Linienverkehr auf die Strecke her. Da man aber nicht das Geld für eine neue Linie ausgeben will oder kann, wird eine Notlösung gesucht. Das wäre dann die Linie 2. Damit würde aber in Sebaldsbrück ein Teil des Netzes auseinander gerissen, der als einer der letzten noch gut funktioniert:

Die Bahnen sind gut ausgelastet, aber nicht überfüllt, es gibt einen dichten Takt, das Prinzip ist leicht zu verstehen: Eine Bahn fährt zum Hbf, die andere zur Innenstadt, immer abwechselnd, ganz regelmäßig.

Die Verkehrspolitk sollte aber nicht den einen Stadtteil (Vahr/Osterholz) zum Schaden eines anderen (Hastedt/Sebalsbrück) bevorzugen. Es müssten für die Vahr zusätzliche Kapazitäten an Strecken und Kursen geschaffen werden. Nur so wird ein Schuh daraus.


Ich habe da auch einen Vorschlag. Das Zielnetz 2025 könnte sich mit der "Querspange Ost" so verändern:

Linie 2/3/10: Unverändert.

Linie 1: Unverändert Huchting - Westerstraße - Am Brill - Hbf- Schwachhausen - Neue Vahr - Ostrholz - Tenever - Bf. Mahndorf.

Linie 8: Huchting - Westerstraße - Domsheide - Ostertor - Hamburger Straße - Georg-Bitter-Straße - Bennigstenstraße - Steubenstraße - Neue Vahr [- Tenever i.d. HVZ].

Linie 9: Kuhlenkampffalle - Hbf - Am Brill - Westerstraße - Domsheide - Hbf - Kuhlenkampfallee


Linie 1 und 8 fahren abwechselnd alle 10 Minuten. So erhält man in der Vahr das gleiche Prinzip wie im Bremer Ost und Westen: Einen dichten 5-Minuten-Takt und immer abwechselnd eine Straßenbahn zum Hbf und in die Innenstadt.

So würde, meiner Meinung nach, ein gelungener und nachhaltiger VEP 2025 aussehen!


Flauschige Grüße aus dem Katzenbus!

P.S. an "Gnubbel" und "Hansa-Tw": Bitte nicht persönlich nehmen, dass ich euch in meinem Beitrag so viel zitiert habe. Soll kein Angriff sein. :-)

mapuyc
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Re: Querspange Ost: Erneute Offenlegung der Planunterlagen

Ungelesener Beitrag von mapuyc » Di 25. Sep 2018, 19:19

Tach auch allerseits, Ihr Nahverkehrer, als "Luftfahrer" grüße ich Euch herzlich.

Mehr oder minder zufällig bin ich auf das Thema Querspange Ost gestoßen. Es handelt sich dabei ja um ein ähnlich "spannendes" Projekt wie die Straßenbahnverlängerung in Huchting.
Da ich zum Zeitpunkt der Planauslegung verreist war, konnte ich die näheren Pläne, die mich sehr interessiert hätten, leider nicht im Detail einsehen.
Frage deshalb an Euch Experten: Hat hier jemand von Euch Zugriff auf die Pläne? Mich interessieren hier vor allem Planunterlagen, aus denen das zukünftig vorgesehene Nebeneinander von Auto- und Straßenbahnverkehr hervorgeht, und zwar im Bereich Steubenstraße / Stresemannstraße und Georg-Bitter-Straße, d.h. also im gesamten Verlauf der zukünftig vorgesehenen Querspange. Daraus müßte also hervorgehen
- wie in der Steubenstraße der abbiegende Verkehr zum Gewerbegebiet Insterburger Str., zum Stadtamt und zum Baumarkt geregelt wird,
- ob in der Stresemannstraße Fahrspuren entfallen und der Baumbestand gefährdet ist,
- wie die Kreuzungsbereiche Stresemannstr./ Benningsenstr./Feuerkuhle /Bei den Drei Pfählen zukünftig geregelt sind und ob (auch?) hier Bäume wegfallen

Wenn jemand von Euch über diese Planunterlagen verfügt, wäre ich sehr dankbar, wenn er(sie) sie hier veröffentlichen könnte, alternativ mir per privater Nachricht zukommen lassen würde. Dafür schon jetzt allerbesten Dank !!

Bahnbusschnueffler
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Re: Querspange Ost: Erneute Offenlegung der Planunterlagen

Ungelesener Beitrag von Bahnbusschnueffler » Di 25. Sep 2018, 19:49

Hallo potenzielle Querspangen-Nutzer
Katzenbus hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 15:29
Ich habe da auch einen Vorschlag. Das Zielnetz 2025 könnte sich mit der "Querspange Ost" so verändern:

Linie 2/3/10: Unverändert.

Linie 1: Unverändert Huchting - Westerstraße - Am Brill - Hbf- Schwachhausen - Neue Vahr - Ostrholz - Tenever - Bf. Mahndorf.

Linie 8: Huchting - Westerstraße - Domsheide - Ostertor - Hamburger Straße - Georg-Bitter-Straße - Bennigstenstraße - Steubenstraße - Neue Vahr [- Tenever i.d. HVZ].

Linie 9: Kuhlenkampffalle - Hbf - Am Brill - Westerstraße - Domsheide - Hbf - Kuhlenkampfallee
Die Fahrzeuge die für die neue Linie 9 gebraucht würden, könnte man lieber in folgender Netzvision integrieren, solange nur die Querspange infrastrukturell neu hinzukommt:

Linie 1: (unverändert) Huchting - Am Brill - Hbf - Kirchbachstr. - Vahr - Osterholz - Tenever - Mahndorf
Linie 2: (neu) Gröpelingen - Bf Walle - Lloydstraße - Am Brill - Domsheide - St.-Jürgen-Str. - Am Hulsberg - Bennigsenstraße - Vahr (- Osterholz - Tenever)
Linie 3: (unverändert) Gröpelingen - Use Akschen - Hansator - Europahafen - Am Brill - Domsheide - St.-Jürgen-Str. - Weserstadion - Weserwehr
Linie 5: (neu im 20' Takt) Gröpelingen - Use Akschen ( - Schnellverkehr) - Hansator - Europahafen - Falkenstraße - Hbf - Humboldtstraße - St.-Jürgen-Str. - Weserstadion - Bennigsenstr. - Sebaldsbrück
Linie 10: (unverändert) Gröpelingen - Bf Walle - Doventorsteinweg - Falkenstraße - Hbf - Humboldtstraße - St.-Jürgen-Str. - Am Hulsberg -Bennigsenstr. - Sebaldsbrück

So hätte man einen 5'/10' Takt zwischen Bennigsenstraße und Sebaldsbrück... und um es positiv zu formulieren gibt es sogar noch eine Taktverdichtung von Sebaldsbrück zum Hbf - und aus beiden genannten Richtungen auch direkten Anschluss zum Weserstadion ;) - zumindest bis die 3 ab Weserwehr verlängert wird, für deren Verlängerung man die Fahrzeuge ja dann schon hätte :lol:

Aufrichtige Grüße
Bahnbusschnueffler

haubra
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Re: Querspange Ost: Erneute Offenlegung der Planunterlagen

Ungelesener Beitrag von haubra » Di 25. Sep 2018, 21:05

mapuyc hat geschrieben:
Di 25. Sep 2018, 19:19
Tach auch allerseits, Ihr Nahverkehrer, als "Luftfahrer" grüße ich Euch herzlich.

Mehr oder minder zufällig bin ich auf das Thema Querspange Ost gestoßen. Es handelt sich dabei ja um ein ähnlich "spannendes" Projekt wie die Straßenbahnverlängerung in Huchting.
Da ich zum Zeitpunkt der Planauslegung verreist war, konnte ich die näheren Pläne, die mich sehr interessiert hätten, leider nicht im Detail einsehen.
Frage deshalb an Euch Experten: Hat hier jemand von Euch Zugriff auf die Pläne? Mich interessieren hier vor allem Planunterlagen, aus denen das zukünftig vorgesehene Nebeneinander von Auto- und Straßenbahnverkehr hervorgeht, und zwar im Bereich Steubenstraße / Stresemannstraße und Georg-Bitter-Straße, d.h. also im gesamten Verlauf der zukünftig vorgesehenen Querspange. Daraus müßte also hervorgehen
- wie in der Steubenstraße der abbiegende Verkehr zum Gewerbegebiet Insterburger Str., zum Stadtamt und zum Baumarkt geregelt wird,
- ob in der Stresemannstraße Fahrspuren entfallen und der Baumbestand gefährdet ist,
- wie die Kreuzungsbereiche Stresemannstr./ Benningsenstr./Feuerkuhle /Bei den Drei Pfählen zukünftig geregelt sind und ob (auch?) hier Bäume wegfallen

Wenn jemand von Euch über diese Planunterlagen verfügt, wäre ich sehr dankbar, wenn er(sie) sie hier veröffentlichen könnte, alternativ mir per privater Nachricht zukommen lassen würde. Dafür schon jetzt allerbesten Dank !!
Guck mal hier, da findest du eigentlich alles:
http://querverbindung-ost.de/

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